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Punkt, der prunkt

Redaktion: 

Die Philosophin und Professorin für Politische Theorie, die Verfasserin des Jahrhundertbuchs „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“, die Schülerin und Geliebte Martin Heideggers, die bei Karl Jaspers promoviert hatte, diese Hannah Arendt hat auch Gedichte geschrieben – mal elegisch, mal von Ironie getragen, unter dem Titel „Ich selbst, auch ich tanze“ sind sie gerade erschienen, begleitet mit einem Essay von Irmela von der Lühe. Elke Schlinsog hat sich mit Frau von der Lühe über das Buch unterhalten.

Hannah Arendts Gedichte - Gespräch mit Irmela von der Lühe, [8:57]

 „In Ich selbst, auch ich tanze werden sämtliche 71 Stücke ihrer Poesie in einer mustergültigen Edition veröffentlicht – darunter auch acht bislang unbekannte Werke. Und so viel sei vorab gesagt: Der Zivilisationsbruch durch die Schoa teilt auch das lyrische Werk Arendts. …Welcher Ton herrscht in ihren Gedichten, den man kennt, an den man sich anlehnt? Eher wohl der von Goethe als der von Heine. Manchmal auch der von Morgenstern wie in diesem Erstdruck: »Ich bin ja nur ein kleiner Punkt/nicht größer als der schwarze/der dort auf dem Papiere prunkt/ als Anfang zum Quadrate«. Doch auch dieses Gedicht ist keine Fingerübung in Kleinkunst! Hier kann man die Zeichenschule des Malers Paul Klee, der wie Arendt zur Emigration gezwungen war, assoziieren, die Demut des »nicht mal gut Geratenen« lesen, den Witz und schönen Rhythmus genießen und der mit der Hand dichtenden Arendt beim Klecksen zusehen.“ Harald Loch in der Jüdischen Allgemeinen

Hannah Arendt: »Ich selbst, auch ich tanze«. Piper, München 2015

 

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