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Buchstabenmörder

Redaktion: 

Jörg Auberg stellt aktuell auf literaturkritik.de den russischen Schriftsteller Sigismund Krzyżanowski vor:

„Obgleich Krzyżanowski 1939 in den sowjetischen Schriftstellerverband aufgenommen wurde, produzierte er ausschließlich für die Schublade und erwarb sich lediglich mit Privatlesungen seiner Texte den Ruf eines außergewöhnlichen Autors in Moskauer Theaterkreisen. „Er war sich seines Wertes als Schriftsteller bewußt“, schrieb Wadim Perelmuter, der nach der Implosion der Sowjetunion Krzyżanowskis Texte in einer sechsbändigen Werkausgabe herausbrachte, doch blieb der Autor zu Lebzeiten die Anerkennung in Form von Veröffentlichungen versagt. Im Jahre 1949 ereilte ihn ein Schlaganfall, dessen Folgeerscheinung eine Leseunfähigkeit war: Zwar konnte Krzyżanowski immer noch schreiben, doch vermochte er nicht mehr zu lesen, was er geschrieben hatte. Schreiben war seine Gewohnheit und vielleicht seine Berufung, doch den Kampf mit den Wörtern und gegen die Wörter, die sich in ein Buch pressten, verlor er. Als er im Dezember 1950 in Moskau starb, wurde er als Verkannter verscharrt.“

Sigismund Krzyzanowski: Der Club der Buchstabenmörder. Roman.
Übersetzt aus dem Russischen von Dorothea Trottenberg. Dörlemann Verlag, Zürich 2015.

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