Fixpoetry

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Über Haschisch

Redaktion: 

Szene aus dem Stück am Theater Neumarkt - Foto: Caspar Urban Weber

Derzeit im Rahmen der Mad Men Zürich im Theater Neumarkt Zürich:

«Simon Brusis rezitiert, der Schauspieler spricht auf der Bühne und begleitet sich als gefilmtes Doppel im Hintergrund. Dadurch ergeben sich Wiederholungen, Überlagerungen, Verfremdungen, die Aufführung ist als Chronik des Rausches und als seine Inszenierung angelegt ... Je mehr sich der Schauspieler zurück hält, desto deutlicher tritt die Dialektik des Textes hervor: Hörend kommt man sich in der Sprach des Philosophen abhanden und bleibt doch, wie Benjamin selber, auf wehmütige Weise in sich selber gefangen.» (Jean-Martin Büttner, TagesAnzeiger)

«Den Ich-Erzähler gibt der bald verträumt-benommene, bald wahnhaft lachende, stets wunderbar präsente Simon Brusis ... Goetze verdoppelt die Rolle des monologisierenden Protagonisten auf raffinierte Art. Damit erzeugt sie in Analogie zu Benjamins vielschichtigem Text eine Mehrstimmigkeit über die Art, einen Rausch zu erleben und darüber zu reflektieren.» (Katja Baigger, Neue Zürcher Zeitung)

Im Cannabis-Rausch treibt sich Walter Benjamin, der bekannte Philosoph, Ende der tollen Zwanziger Jahre in der Hafengegend von Marseille herum. Sein Rausch ist Genuss und macht seine Selbst- und Weltwahrnehmungen noch präziser. Benjamin folgt seinen Assoziationen und Sinnesreizen, die der Traumarbeit ähnlich sind. Und doch sind sie viel enger an die reale Welt gebunden: vor allem im Hunger.

Benjamins Schrift ist Zeugnis einer Zeit, in der Haschisch noch der Hauch des Besonderen umwebte, und für eine untergegangene Bohème, die berauscht sein und zugleich noch klar denken konnte.

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