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Die Aktion vor 100 Jahren (3)

Redaktion: 

Cover von Heft 51/1915 der AKTION, Titelgrafik Else von zur Mühlen: Der Birnenesser

Am 18. Dezember 1915 erschien die 51. Ausgabe des Jahres der AKTION, der von Franz Pfemfert herausgegeben Zeitschrift des literarischen Eexpressionismus.

Auf Seite 644 findet sich ein Gedicht, das Edlef Koeppen von der Front an Pfemfert geschickt hatte:

 

Nachts

Zwischen den Schornsteinen des zerschossenen Hauses
sitzt der Mond und glotzt ins brennende Dorf und heult.
Wie Schleier kriechen seine Tränen über die Dächer.
Manchmal kläfft ein Gewehr,
und eine Kugel frißt sich durch Holz oder Scherben –

Manchmal gröhlt ein Geschütz,
und dann flattern singende Fetzen umher wie Fledermäuse,
irgendwo stürmt ein Schrei durch die Gassen.
Am Christuskreuz blinkt hell ein Schädel.

 

Zuletzt brachte die Edition Isele eine Auswahl seiner Gedichte:

„für Edlef Köppen (1893-1939) war der "Große Krieg" Anlaß, seine ersten Gedichte in der expressionistischen Zeitschrift "Die Aktion" zu publizieren. Bis zu seiner Kriegsdienstverweigerung im Jahre 1918, die zur Internierung in einer Irrenanstalt führte, erschienen von dem im brandenburgischen Genthin geborenen Köppen dort 19 Gedichte. Auch in der Folgezeit veröffentlichte der bis dahin unbekannte Lyriker Gedichte, später Prosaarbeiten und 1930 den Antikriegs-Roman "Heeresbericht", der von Ernst Toller und Gottfried Benn hymnisch gefeiert wurde.“

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