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Manifeste Filmreiftexte

Redaktion: 

Eine der Rollen von Cate Blanchett aus Manifesto. © Julian Rosefeldt, VG Bild-Kunst, Bonn 2015 (Quelle: Hamburger Bahnhof)

Die Sehnsucht nach Manifesten ist ungebrochen. Das zeigt Julian Rosefeldts (geb. 1965) neue Filminstallation Manifesto: 13 parallel laufende Filme bringen zornige, jugendlich und unerhört aktuell klingende Worte auf die Leinwand. Tatsächlich hat Rosefeldt für jeden Film historische Originaltexte aus zahlreichen Manifesten von Künstlern, Architekten, Choreografen und Filmemachern collagiert – darunter Texte von Filippo Tommaso Marinetti, Tristan Tzara, Kazimir Malevich, André Breton, Claes Oldenburg, Yvonne Reiner, Sturtevant, Adrian Piper, Sol LeWitt oder Jim Jarmusch. Viele von ihnen weisen eine überraschende theatrale und literarische Stärke auf. Der inhaltlichen und performativen Energie der Proklamationen ist die Lebendigkeit und der wütende Aufschrei einer jungen Generation eingeschrieben. Rosefeldt hat diese Kraft in sprechbaren Textcollagen verdichtet.

Durch Kürzungen und Kombination von Texten verschiedener Autoren sind so 13 poetische Monologe entstanden. Julian Rosefeldt verbindet sie mit seinem Interesse an den Arbeits- und Lebenswelten der Gegenwart und führt die neu entstandenen Manifesttexte in diesem Werk mit Situationen der heutigen Zeit zusammen, in denen Frauen öffentlich vorgetragene wie innerlich geführte Monologe halten. Verkörpert und vorgetragen werden sie von der australischen Schauspielerin Cate Blanchett. Die Einzelfilme entwickeln daraus eine Bandbreite von höchst individuellen Persönlichkeiten: Durch Kostüm, Maske, Drehort und ihr facettenreiches Spiel verwandelt sich Blanchett in so unterschiedliche Figuren wie eine Grundschullehrerin, eine Puppenspielerin, eine Brokerin, eine Trauerrednerin und einen Obdachlosen. In der Rolle dieser Protagonisten verbindet Blanchett die Texte mit einem unerwarteten und gegenwärtigen Kontext.

Zu sehen ab heute im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart – Berlin.
 

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