Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Fix Zone

Warten in den Sarottihöfen

Redaktion: 

Demnächst (zur Messe) neu im Leipziger Literaturverlag: Mayjia Gille: SEIT TAGEN WARTE ICH IN DEN SAROTTIHÖFEN. Gedichte.

DIE EINEN VERLIEREN EIN LEBEN
die anderen nur ein fussballspiel
nahe italien gibt es massenschlaf
ferner werden erweckte still
viel hattet ihr nicht an den küsten
mitten im urlaubermeer krepiert
wir lagen auf tüchern daneben
und haben noch sandbänke
privatisiert

 

Thomas Kunst in seinem Vorwort zum Buch:
Mayjia Gille sagt: „Gedichte läßt man nicht warten“. Diesem Respekt gegenüber einer literarischen Form begegnet man heutzutage nur noch äußerst selten. Üblich ist eher die Anmaßung, Gedichte solange warten zu lassen, bis man sie mit dem Füllgut versehen hat, das da draußen dazu taugt, erfolgversprechend und intellektuell angepaßt in den feuilletonistischen Konferenzsaal gebeten zu werden. Aber nur mit Liebesgedichten und „Salpeter an der Schulter“ dürfte das gründlich mißlingen, wie die Erfahrung schon immer gezeigt hat. Aber Mayjia Gille läßt sich einfach nicht „mit Verlorenheiten abspeisen“, sie geht unbeirrbar ihren Weg als Liebende und entführt uns in ihren Gedichten in die filigrane Architektur moderner Hoffnungslosigkeit und feinsinniger Zuneigung. „Du liebtest mich auf einer Glanzstimmgabel.“ „Ihr Auge tränt in der Ruhigstellung“, denn: „soviel Glück gab es noch nie.““

 

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