Fixpoetry

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Addierte Blindheit

Redaktion: 

Anna-Verena Nosthoff und Felix Maschewski besprechen aktuell auf literaturkritik.de die „negative Moderne“:

„In Zeiten eines vielfach proklamierten end of theory wagt Sven Hillenkamps sozialphilosophische Analyse über die Negative Moderne zwar keinen grundlegend neuen Theorieentwurf, präsentiert sich jedoch im Gewand einer umfassenden Narration. Der Autor erzählt im zweiten Teil seiner auf vier Bände angelegten Untersuchung Zwänge der Freiheit. Die neuen Formen der Faktizität die breit angelegte Geschichte von einem Sturz in das Wert- und Bodenlose eines fundamentalen Nichts: Statt die Moderne als Zeitalter des Möglichen zu beschreiben, forciert der Autor die Problemanalyse einer umfassenden „Leere“, die sich ihm im Kontext des anything goes als dunkle Schattenseite und verfemtes Moment darstellt. Hillenkamps Fokus liegt dabei auf der umfassenden Rekonstruktion eines subjektiven Erfahrungsfeldes, das das Individuum angesichts der allgegenwärtigen Produktivitätspotentiale als sich selbst negativ erfahrendes ,Mängelwesen‘ akzentuiert: „Ich bin nichts wert. Ich habe noch nichts erreicht. Ich bin Niemand. Ich bin nicht interessant, nicht attraktiv, nicht liebenswert. […] Ich verstehe nicht, was mir geschieht.““

„Es geht darum, wieder sehen zu lernen, nicht darum, Blindheiten zu addieren.“
Sven Hillenkamp

Sven Hillenkamp: Negative Moderne. Strukturen der Freiheit und der Sturz ins Nichts. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2016.

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