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Redaktion: 

Isabell Fannrich bespricht im Deutschlandfunk „unseren Reichtum und die Armut der anderen“:

„Im November 2015 brachen in der brasilianischen Bergbaustadt Mariana im Bundestaat Minas Gerais die Dämme zweier Rückhaltebecken. 60 Millionen Kubikmeter schwermetallhaltigen Schlamms, die Abwasser einer Eisenerzmine, ergossen sich über die angrenzende Gemeinde und in den Flusslauf des Rio Doce. Obwohl die Risse in der Staumauer bekannt waren, hatten die verantwortlichen Großkonzerne das Becken durch eine massiv gesteigerte Fördermenge überlastet.
Diese von Menschen gemachte Umweltkatastrophe beschreibt Stephan Lessenich in seinem Buch "Neben uns die Sintflut" als Paradebeispiel.“

„Es geht um den Einblick in Zusammenhänge, die Einsicht in Abhängigkeiten, in globale Beziehungsstrukturen und Wechselwirkungen. Es geht um die andere Seite der westlichen Moderne, um ihr »dunkles Gesicht«, um ihre Verankerung in den Strukturen und Mechanismen kolonialer Herrschaft über den Rest der Welt. Es geht um Reichtumsproduktion auf Kosten und um Wohlstandsgenuss zu Lasten anderer, um die Auslagerung der Kosten und Lasten des »Fortschritts«. Und es geht noch um eine weitere, dritte Geschichte: um die Abwehr des Wissens um ebendiese Doppelgeschichte, um deren Verdrängung aus unserem Bewusstsein, um ihre Tilgung aus den gesellschaftlichen Erzählungen individuellen und kollektiven »Erfolgs«. Wer von unserem Wohlstand hierzulande redet, dürfte von den damit verbundenen, verwobenen, ja ursächlich zusammenhängenden Nöten anderer Menschen andernorts nicht schweigen. Genau das aber ist es, was ununterbrochen geschieht.“
Stephan Lessenich

Stephan Lessenich: "Neben uns die Sintflut". Hanser Berlin, 2016.

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