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Scham

Redaktion: 

Scham, Verschämtheit, Beschämung, Unverschämtheit oder auch das Fremdschämen sind uns geläufige Begriffe.

Das Hygiene-Museum Dresden setzt sich in einer umfangreichen Sonderausstellung mit dem Phänomen der Scham auseinander. Dabei wird die Scham nicht als Relikt längst vergangener Zeiten aufgefasst, das inzwischen ab- oder aufgelöst ist. Im Gegenteil. Die Schau postuliert, dass die Scham bis heute eine wirkmächtige Konstante im Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur mit wichtigen Funktionen für das menschliche Zusammenleben darstellt. Sie ist im „Prozess der Zivilisation“ nicht verschwunden, sondern hat sich vielmehr in ein komplexes Regelwerk mit zahlreichen Kodifizierungen und kulturellen Ausprägungen gewandelt. Die Scham beeinflusst als „heimliche Macht“ viele scheinbar rationale Entscheidungen und gesellschaftliche Prozesse – nicht zuletzt den Umgang mit anderen Kulturen und Traditionen in einer globalisierten Welt. Scham als soziales und moralisches Gefühl ruft Werte wie Achtung, Respekt, Mitgefühl und soziale Verantwortung hervor. Sie fungiert zudem als Schlüssel individueller und kollektiver Identität, jedoch immer auch als Strukturelement der Macht- und Statusverteilung in modernen Gesellschaften. Die große Bandbreite der Exponate in Form, Datierung, Kulturgattung und Themenfeld ermöglicht einen umfassenden Blick auf den gesellschaftlichen Umgang mit Scham.

In einem Parcours von einhundert Gründen und Anlässen der Scham nähert sich die Ausstellung dem Phänomen Scham konsequent interdisziplinär. Unterschiedlichste wissenschaftliche Perspektiven bezieht sie ebenso ein wie Werke historischer und zeitgenössischer Kunst.

Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes.

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