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John Cages Stufen

Redaktion: 

Der Lauf des Lebens als sprachmusikalischer Versuch: Hermann Hesses Gedicht »Stufen« handelt vom Gehen und Vergehen eines Lebens. 1989, zur privaten Feier des 65. Geburtstages des Verlegers Siegfried Unseld, hat es John Cage mit seiner Mesostic-Technik für Sprecher musikalisiert. Die unbekannte Partitur wurde erstmalig 2002 von Hermann Kretzschmar in einer Radiosendung des Hessischen Rundfunks ausgestrahlt und ist jetzt als CD bei belleville erschienen. Kretzschmar erweiterte dabei die offene Struktur des Werkes über eine neue Klangkonzeption zu einer kompositorischen Interpretation, in der Lebenssprache und -geräusche ihre Korrespondenz finden.

Cages Interpretation von Hesse nutzt einzig das Sprachmaterial des Gedichts, Kretzschmars komponierte Interpretation von Cage geht darüber hinaus, führt die vier Sprecher Walter Zimmermann, Hans Zender, Fredric Rzewski und Dieter Schnebel, zahlreiche Geräuschlandschaften und Räume in einem »Hauskonzert-Remix« zusammen – ganz den Vorgaben Cages und dem Geist Hesses verpflichtet. Ein Kreis schließt sich.

Als O-Ton und eingebettet in die Klänge seiner New Yorker Wohnung ist Cage selbst zu hören in Kretzschmars Hörstück »Zur Zeit«, eine Hommage an die Klangkonzeption und das Strukturbewußtsein dieses Künstlers.

John Cages STUFEN
Hörstück von Hermann Kretzschmar
Sprecher: Dieter Schnebel, Frederic Rzewski, Hans Zender, Walter Zimmermann
Ton und Technik: Helmut Becker
Schnitt: Julia Kümmel
Außenaufnahmen, Regieassistenz: Wolfgang Binder
Komposition und Realisation: Hermann Kretzschmar

*

Hermann Kretzschmar: John Cages Stufen. 2 Hörstücke.
4 Seiten, CD mit Booklet, erschienen im Februar 2017

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