Fixpoetry

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Fix Zone

Tier, Pflanze, Tasse, Frau

Redaktion: 

Im STANDARD wagt sich aktuell Julia Grillmayr an Elisa Asenbaums Traumgestalten in philosophischen Krisen:

„In der Denkkultur, die ganz allgemein als westlich bezeichnet wird, ist es der erste Schritt, wenn man ein Ding oder ein Phänomen untersuchen möchte, dieses in kleine und immer kleinere Teile zu teilen. Dieses analytische Vorgehen ist tief in unser Verständnis von Wissenschaft verankert, es ist aber längst nicht unumstritten, nicht zuletzt auch darum, weil es eine gewisse Starrheit des Untersuchungsgegenstandes annimmt. AUGUSTINAselbst hinterfragt ein Stück weit die Strategie des analytischen Zerstückelns.“

Und nicht nur ein Stück weit.

*

In humorvoller Fiktion überrascht das Buch durch Wendungen, Stilbrüche und verblüffende Verknüpfungen von Inhalten. Inspiriert von Zenons Pfeil-Paradoxon werden verschiedene philosophische und naturwissenschaftliche Weltauffassungen in einem spielerischen Diskurs miteinander konfrontiert. Wie der Traum zuweilen seine wirren Fäden in die Ordnung des Wachbewusstseins hineinspinnt, so ist es hier die ‚Realität‘, die sich als störendes Element in Augustinas Traumwelt zu manifestieren droht. Damit wird innerhalb dieser phantastischen Geschichte auch eine kritische Stimme vernehmbar, die in subtiler Weise auf aktuelle gesellschaftliche Thematiken Bezug nimmt. Ob Tier, Pflanze, Tasse, Frau oder Mann: Sie alle verkörpern in Augustinas Traum Seiten des Seins, stehen für diametrale Ansichten und Ansätze, die Welt zu interpretieren. (Passagen Verlag Wien)

Elisa Asenbaum: AUGUSTINAselbst. Passagen, Wien 2017

 

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