Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Fix Zone

Solothurner Literaturtage

Redaktion: 

39. Solothurner Literaturtage · sechsundzwanzigster · siebenundzwanzigster · achtundzwanzigster · mai · zweitausendsiebzehn  [Programmübersicht hier]

Die 39. Solothurner Literaturtage (26.–28. Mai 2017) laden ein zur Begegnung mit neuen literarischen Arbeiten. Die viersprachige Werkschau der Schweizer Literatur bildet das Herzstück der dreitägigen Veranstaltung am Auffahrtswochenende, die sowohl Prosa, Lyrik, Übersetzung, Spoken Word wie auch Jugend- und Kinderliteratur beinhaltet. Erweitert wird das Programm durch Podiumsdiskussionen, Poesiesalons, Übersetzungsateliers, Konzerte, Kurzlesungen auf der Aussenbühne sowie durch spielerische Formate wie Powerpoint-Karaoke oder ein Duell der Übersetzerinnen.
 
Rund 70 Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland wurden zur 39. Ausgabe der Solothurner Literaturtage eingeladen. Mit ihren Neuerscheinungen spüren sie die sichtbaren und unsichtbaren gesellschaftlichen Veränderungen auf und machen sie zum Gegenstand ihrer Texte. Francesca Sanna, Olga Grjasnowa (DE), Franzobel (AT) und Ilija Trojanow (DE) setzen sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit der aktuellen Flüchtlingskrise auseinander. Persönliche Erfahrungen liegen dem Buch «Halt auf Verlagen» von Urs Faes zugrunde, der die Gedankengänge eines Krebspatienten festhält, oder dem Roman «Chaya» von Kathy Zarnegin, in dem die iranische Protagonistin einen neuen Lebensabschnitt in Europa beginnt. Geschichten rund um den Mikrokosmos Familie erzählen Francesco Micieli in «Hundert Tage mit meiner Grossmutter» oder Julia Weber in «Immer ist alles schön». Gleich in vier Neuerscheinungen geraten geregelte Lebensentwürfe von männlichen Protagonisten ins Wanken: in «Hagard» von Lukas Bärfuss, in «Die Wolken waren gross und weiss und zogen da oben hin» von Matthias Zschokke, in «Kraft» von Jonas Lüscher und in «Nina & Tom» von Tom Kummer. Ebenso stellt sich ein männlicher Protagonist in Christoph Kellers Roman «Das Steinauge & Galápagos» seinen Erinnerungen und enthüllt die Konstruktion und Dekonstruktion von Identitäten.
 
Die weite Welt nach Solothurn bringen die Autorin Amsél mit ihrem Romandebüt, das in Marokko spielt, Alan Pauls (AR) mit seiner vielgelobten Trilogie über die gesellschaftliche und ökonomische Situation in Argentinien, der kongolesische Autor Fiston Mwanza Mujila (CD), der in seinem Romandebüt rhythmisch und rau von zwei ungleichen Freunden erzählt, und die französische Autorin Shumona Sinha (FR), die ihren neuen Roman «Apatride» vorstellt.
 
Einen wichtigen Beitrag zum Aufbrechen von (Sprach-)Grenzen leisten Übersetzerinnen und Übersetzer wie Christian Hansen (DE) (Übersetzer u.a. von Alan Pauls), Katharina Meyer (DE) (Übersetzerin von Fiston Mwanza Mujila) und Lena Müller (DE) (Übersetzerin von Shumona Sinha und Fiston Mwanza Mujila).
 
Mit Ernst Burren und Dieter Zwicky lesen zwei Autoren in Solothurn, die kürzlich mit dem Schweizer Literaturpreis 2017 ausgezeichnet wurden. Zudem veranstalten die Solothurner Literaturtage zusammen mit dem Bundesamt für Kultur eine Hommage an Pascale Kramer, der Preisträgerin des Schweizer Grand Prix Literatur 2017.    

 Nennenswert an der diesjährigen Ausgabe der Solothurner Literaturtage ist das mehrfache Zusammenspiel von Literatur und Musik. Gleich vier Gäste treten mit Musikerinnen und Musikern auf: Michael Fehr mit Manuel Troller (git), Martina Clavadetscher mit Isa Wiss (voc), Fiston Mwanza Mujila mit Patrick Dunst (sax) und Amsél mit Hamid Moustaghni (oud). Konzertante Lesungen sind zudem von Bibi Vaplan und Simone Cristicchi (IT) zu hören.
 
Bücher von zwei Autoren haben ihr Erscheinen auf Mitte Mai angekündigt und feiern an den Solothurner Literaturtagen ihre Buchpremieren: «Maiser» von Fabiano Alborghetti und Ilija Trojanows Essay «Nach der Flucht».
 
 

 

Mehr aus der Fix Zone



Dezember 2017



November 2017



Oktober 2017



September 2017



August 2017



Juli 2017



Juni 2017



Mai 2017



April 2017



März 2017



Februar 2017



Januar 2017