Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Fix Zone

Dichterwerkstatt

Redaktion: 

Die „Werkstatt des Dichters" ist ein zentraler Imaginationsraum von Literatur. Goethes Arbeitszimmer ist bis heute eines der beliebtesten Postkartenmotive aus Weimar. Woher aber kommt dieses anhaltende Interesse an den Arbeitsräumen von Autorinnen und Autoren? Was stellen wir uns vor, wenn wir uns in diese Räume hineinversetzen? Auf der Basis welchen Inventars wurde der Vorstellungsraum konstruiert und welchen methodologischen Nutzen hat er?

Macht es Sinn, von einer Archivszene der Interpretation zu sprechen, in ähnlicher Weise, in der Michel Foucault von einer Bibliotheksszene der Literatur gesprochen hat? In welchem Verhältnis stehen die imaginären Räume der Produktion zu real erfahrbaren Produktionsweisen von Literatur? Inwieweit reflektieren Autorinnen und Autoren selbst auf diesen Hintergrund und machen ihn zu einem Teil ihrer Werke?

Als Ergebnis einer Tagung im April im literaturhaus Graz jetzt neu erschienen:

Klaus Kastberger, Klaus & Stefan Maurer (Hrg.): Die Werkstatt des Dichters - Imaginationsräume literarischer Produktion. De Gruyter Verlag, April 2017.

 

Ausschnitt Zimmerpanorama Friedrike Mayröcker © Bodo Hell, auf dem Tagungsflyer

Initiator & Herausgeber Klaus Kastberger spricht im Deutschlandfunk über die Wiener Schriftstellerin Friederike Mayröcker:
"Bei Friederike Mayröcker müsste man einmal ein Foto von dieser Wohnung gesehen haben. Die Wohnung schaut eigentlich aus wie eine Messi-Wohnung. Es ist alles übervoll mit Materialien, mit Papiermaterialien, keine Besuchergruppe kann als Gast, sondern immer nur einzelne Besucher, das heißt das System der Wohnung regelt sowohl die Voraussetzungen ihres Schreibens, als auch soziale Umgangsmöglichkeiten, die die Autorin hat. Also bei der Mayröcker-Wohnung ist es völlig undenkbar, dass ein Archiv, ein Literaturarchiv, das einmal in der Form übernimmt, wie es als Produktionshintergrund dient. Und die Mayröcker kann aber nirgendwo anders schreiben, sie nutzt diese Zimmerumgebung und alles, was dann abfällt, wird selber wieder Teil dieser Umgebung, also das ist eigentlich wie ein geologischer Sedimentations-Prozess."

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