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Münde! Peene! Münde!

Redaktion: 

Marcus Roloff beschäftigt sich aktuell in der Frankfurter Anthologie der FAZ mit einem Gedicht von Hans Thill aus dessem Band „Kühle Religionen“:
„Hans Thills Gedicht „-münde“ taugt im besonderen Maße dazu, die Reibungsvorgänge der Lektüren zu erproben, weil es zwar bekannte Oberflächen aufbricht und verschiebt, aber auf jegliches tiefgemeinte Raunen verzichtet und Konstellationen heranzoomt, die mit dem Erinnern zu tun haben – und zwar als Traum, als im Gedächtnisraum gespeicherter Wirklichkeit. Apropos zoomen: „-münde“ ist mit seinem Panoramablick einem in Weitwinkel aufgenommenen Clip vergleichbar, dessen Bilder nicht nur lange in Erinnerung bleiben, sondern dessen Erzählung uns – auf halb versteckte Weise – einbezieht. Wir können hier viel über den Prozess der Erinnerung lernen, auch und gerade, weil es sich nicht um unsere eigene handelt. Wie etwas wirklich war, ist zweitrangig, entscheidend vielmehr, wie sich die Dinge beim Blick in den kaleidoskopisch-ungebändigten inneren Strom darstellen – ständig, wie die Wirklichkeit auch, in der Gefahr, aus dem Ruder zu laufen.“

Hans Thill: Kühle Religionen. Gedichte. Verlag Wunderhorn. 2003

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