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Lesungen [Brotfabrik Berlin]

Redaktion: 

Nach der Sommerpause präsentiert die Brotfabrik Berlin literarische Perlen:

 

Donnerstag 07.09.2017 • 19.30 Uhr • Neuer Salon
Atomtod und Rüschenhemd – Ein literarischer Rückblick ins Berlin der Neunzigerjahre

Der Kalte Krieg ist vorbei, die Mauer gefallen. George Bush d. Ä. verkündet eine neue Weltordnung und moderiert dabei en passant den Islamismus als neuen Feind an. In den deutschen Provinzen feiert man das Ende ihrer Zweistaatlichkeit mit brennenden Häusern und zünftigen Menschenjagden, während in Berlin die letzten Kinder des Atomtod-Zeitalters ihre schwarzen Klamotten und Grufti-LPs über Bord werfen, um der unerwarteten Möglichkeit einer Zukunft in bunten Rüschenhemden entgegenzutreten. Gegen die nachklingenden Depressionen gibt es kleine Pillen, und von diesen beschwingt, zelebrieren melancholische Individualisten ihr Leben nach dem überraschend ausgebliebenen Weltende als Massenkultur der Glückseligkeit.

»Ohne ‚No Future’ hätte es ‚Friede, Freude, Eierkuchen’ nie gegeben.« – Der Autor und Publizist Markus Liske lädt zu einer literarischen Reise in jenes Jahrzehnt, in dem die alte Nachkriegsordnung zerbrach und mit reichlich »Hyper! Hyper!« die Welt entstand, in der wir heute leben.

Markus Liske (*1967) veröffentlichte im Verbrecher Verlag zuletzt den Neunzigerjahre-Roman »Glückschweine«. Zuvor war er Mitherausgeber der literarischen Nachwende-Anthologie »Kaltland – Eine Sammlung« (Rotbuch 2011), des Erich Mühsam-Lesebuchs »Das seid ihr Hunde wert!« (Verbrecher Verlag 2014) und der Essaysammlung »Vorsicht Volk!« (Verbrecher Verlag 2015). Liske schreibt regelmäßig für die Wochenzeitung Jungle World. Seine frühen Satiren und Essays erschienen dreibändig im Verlag Edition AV.

Eintritt: 5,- / ermäßigt 3,- Euro

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Freitag 29.09.2017 • 19.30 Uhr • Neuer Salon
»Explosive Gemische« – Lesung mit Johann Reißer

An diesem Freitagabend wird's im Neuen Salon der Brotfabrik explosiv! Johann Reißer wird aus seinem aktuellen Romanprojekt »Pulver« lesen, das vom Aufstieg eines schwäbischen (Schieß-)Pulverfabrikanten erzählt und das Zusammenwirken von Industrialisierung und Militarismus verhandelt. Zudem wird er weitere Explosivstoffe in Prosa-, Lyrik- und Filmform vorstellen – so eine Erzählung über einen Landscape-Scout, der nach den perfekten Produktions- und Präsentationsidyllen für einen chinesischen E-Car-Konzern sucht, sowie einen Zyklus über die Maschinenwäsche einer Flusslandschaft.

Johann Reißer (*1979) studierte Literaturwissenschaft und Philosophie. 2012 schloss er seine Promotion über Archäologie und Sampling in der Lyrik seit 1960 ab. Er veröffentlichte Prosa, Lyrik und Essays in deutsch- und englischsprachigen Zeitschriften und Anthologien. 2009 bis 2012 leitete er die Theatergruppe PlastikWorks, seit 2013 arbeitet er mit unterschiedlichen Performancegruppen zusammen, eigene Stücke wurden in Deutschland, Österreich und England aufgeführt. 2010 Jury-Preis des 100-Grad-Theaterfestivals Berlin, 2013 Stadtschreiber in Regensburg, 2014 Stadtschreiber in Rottweil, 2016 Lutz-Stipendium in Pfaffenhofen und Bahnwärter für Literatur in Esslingen. Johann Reißer arbeitet als freier Autor und Theatermacher in Berlin und anderswo.

Eintritt: 5,- / ermäßigt 3,- Euro

 

 

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