Fixpoetry

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Literatur aus Köln

Redaktion: 

Köln ist eine Stadt, „die in ihrer Widersprüchlichkeit genügend Reize für einen Künstler hat. Es ist für meine Bücher wichtig, daß sie gerade hier entstanden sind“. Diese Aussage Jürgen Beckers bildet die Basis für die Entstehung des 4. Bandes der Schriftenreihe „lik“, die im Verlag der Buchhandlung Klaus Bittner erscheint, denn wie kaum ein anderer seiner Kölner Schriftstellerkollegen oder -kolleginnen, hat sich Becker mit dem Ort seiner Herkunft und seiner Wirkungsstätte literarisch auseinandergesetzt. Köln und vor allem die Ränder und Umgebungen der Stadt, die Kölner Bucht, markieren größtenteils die Eckpunkte seines Schreibprozesses. Wie in einem Steinbruch findet der Autor hier sein Material, das er bearbeitet, dreht und wendet, immer wieder neu betrachtet, variantenreich modelliert und auf seine Tauglichkeit hin untersucht. Auf diese Art und Weise entstehen außergewöhnliche, sehr eigene Prosaarbeiten und Gedichte, die einerseits im Humus des vertrauten Terrains verwurzelt sind, andererseits aber weit über den Horizont des Lokalen hinausweisen.
Neben einigen Gedichten, die sich thematisch in die Kölner Bucht verorten lassen, stehen die beiden wichtigen Reden Kunst und Gesellschaft (1968), in der sich Becker explizit für die Freiheit der Kunst aussprach, sowie die erstmals publizierte Rede zur Verleihung des Heinrich-Böll-Preises (1995). Rezensionen über Fotografie und Texte in denen sich Becker mit Aspekten der bildenden Kunst auseinandersetzt, zeigen die Vielseitigkeit seines literarischen Schaffens.

Jürgen Becker, geboren 1932 in Köln, lebt, nach zahlreichen Ortswechseln, in Köln und in Odenthal im Bergischen Land. Für sein Werk hat er zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen erhalten. 2014 wurde ihm der Georg-Büchner-Preis zuerkannt. Jürgen Becker ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Die Schriftenreihe „Literatur in Köln“ gewährt Einblick in die Schätze des „Lik“-Archivs und des Heinrich-Böll-Archivs der Kölner Stadtbibliothek. Beide Literaturarchive dokumentieren seit vielen Jahren die Kölner Schriftsteller-Szene und bewahren das „literarische Gedächtnis“ Kölns. Zahlreiche international bedeutende Schriftsteller wie Jürgen Becker, Hans Bender, Heinrich Böll, Rolf Dieter Brinkmann, Hilde Domin, Irmgard Keun und Dieter Wellershoff sind hier vertreten.
Dr. Gabriele Ewenz, Leiterin der Archive, betreut die Schriftenreihe.

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