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Blind schreiben

Redaktion: 

In diesem vor Kurzem auf Deutsch erschienenen Essay betont Hélène Cixous wie in keinem anderen ihrer Texte die immanente Verbindung von Widerstand und Schreiben. Statt im Prozess des Schreibens auf das Offenkundige der uns umgebenden Welt zu fokussieren, geht es Cixous um das Verborgene. Jedoch bedarf diese Annäherung an das Unbekannte eines „blinden Schreibens“, welches eine auf das Objekt des Schreibens zentrierte Perspektive radikal hinter sich lässt und eine durch Poetik wirksam werdende Utopie einer anderen, alle Bedeutungen queerende Welt sichtbar macht.

„Das wichtige Wort ist … lesen. Eine Handlung, über die man immer wieder neu nachdenken muss. Lesen ist ein Akt der Liebe. Man kann nicht ohne Liebe lesen. Weist man den Text ab, kommt er dir nicht näher. Man muss gastfreundlich zu ihm sein.“ Hélène Cixous

„Die 79-Jährige gehört zu einer Generation französischer Gelehrter, die Geistes- und Sozialwissenschaften revolutioniert hat. Mit ihrer Idee des "weiblichen Schreibens" hat sie den Feminismus geprägt. Nach 1968 war sie mit Michel Foucault und Gilles Deleuze an der Gründung der Reformuniversität Vincennes beteiligt. Jacques Derrida, wie Cixous in der französischen Kolonie Algerien aufgewachsen, war ein Bewunderer und treuer Weggefährte der Schriftstellerin.“ Claire-Lise Tull

Hélène Cixous: Gespräch mit dem Esel. Blind schreiben. Herausgegeben von Esther Hutfless und Elisabeth Schäfer. Zaglossus Verlag, 2017.

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