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Auf nach Frauenfeld!

Redaktion: 

14. Frauenfelder Lyriktage |  15.–17. September 2017

Zum 14. Mal dreht sich in Frauenfeld alles um Wörter, Reime, Klang und Rhythmus: An den Frauenfelder Lyriktage treffen sich vom 15. bis 17. September 2017 sieben Dichterinnen und Poeten und zeigen auf der Bühne des Eisenwerks, dass Lyrik auch heute sehr lebendig ist. Kuratiert wird das Programm von Anna Kulp (Internationales Literaturfestival Leukerbad, Poetische Schweiz). Hier finden Sie das gesamte Programm mit allen Terminen.

Mit dabei: Svenja Hermann, Thilo Krause, Esther Kinsky, Dragica Rajčić, Elisabeth Wandeler-Deck, Levin Westermann,  Serhij Zhadan. Links zu Besprechungen einzelner Bücher der Autor_innen finden Sie ganz unten im Beitrag.

Ich verstehe viele Gedichte nicht.
Auch nicht beim zweiten Mal lesen.
Und das ist in Ordnung.

Während Verständlichkeit in meinem sonstigen Schreib- und Lesealltag zentral ist – Medienmitteilungen müssen auf den Punkt kommen, Programmhinweise bitte nicht fragmentarisch bleiben, Romane gerne einen Plot verfolgen – ist die Verständlichkeit eines Gedichts in den Bereichen Semantik und Logik mindestens zweitrangig. Trotzdem – oder gerade deswegen? –  geht von diesen kleinen und grösseren Sprachgebilden ein Sog aus, dem   ich mich nicht entziehen kann. Ein Gedicht wirft den Haken aus, an dem ich mich zappelnd wiederfinde, manches Mal tatsächlich wie der Fisch an der Leine, nach Luft schnappend im fremden Element. Dichtung fordert. Viel. Und sie gibt. Mehr. Manchmal ganz plötzlich. Manchmal nach harter Arbeit (die man im Deutschunterricht «Gedichtinterpretation» nennt). Manchmal durchs Hören.   Der Klang trägt (bei zur) Bedeutung. Wie in der Musik. Sprachbilder sind ebenso hartnäckige Ohrwürmer wie Melodien. Dass ich mich der Lyrik nicht entziehen kann, mich ihren Zumutungen immer wieder aussetze, liegt vor allem an den Begegnungen mit Poetinnen und   Dichtern, tatsächlichen und virtuellen. Die ersten Begegnungen, die mit den toten Dichtern sowieso, im Idealfall auch mit lebenden, ermöglichen – wie in meinem Fall – meist die Deutschlehrerinnen und -lehrer; auch in dieser Ausgabe der Frauenfelder Lyriktage haben wiederum drei Deutschlehrpersonen die Möglichkeit genutzt, ihren Schülerinnen und Schülern erste Begegnungen. (Anna Kulp, 1978, Journalistin und Kommunikationsfachfrau)

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