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Der tote Baudelaire

Redaktion: 

Portrait Charles Baudelaire

Anläßlich des 150. Todestags von Charles Baudelaire am 31. August stellt Uta Rüenauver im Deutschlandfunk die Frage nach seiner heutigen Bedeutung: „Für Baudelaire ist die Welt nichts und die Dichtung alles. Die Großstadt war ihm als Erstem reiner Imaginationsraum, er verwandelte Hässlichkeit und Krankheit, Tod und Verfall in formvollendete poetische Landschaften. Was bedeutet dieses Rollenmodell des modernen Dichters den Gegenwärtigen? Welche Bedeutung hat Charles Baudelaire für die poetische Sozialisation heutiger Schriftsteller? Uwe Kolbe, Monika Rinck, Jan Volker Röhnert, Aris Fioretos und der diesjährige Büchner-Preisträger Jan Wagner erzählen von ihrer Begegnung mit einem großen Vorbild.“

"Die Panflöte des Meisters Baudelaire" - als pdf-Datei.

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Es gibt aktuell eine ausgezeichnete (im Sinne des Wortes) Neuübersetzung der Blumen des Bösen von Simon Werle, dem dafür demnächst der Eugen Helmlé Preis überreicht wird. Sie erschien bei Rowohlt. „Grundthema der "Blumen des Bösen" ist die Biopsie des Abgrunds, der in einem Subjekt aufklafft, das die Entstehung des modernen Bewusstseins als seelische Zerreißprobe durchleidet. Das „Böse“ dieser Blumen meint nicht eine moralische Kategorie oder ein sittliches Urteil, sondern die unerbittliche Analyse des Dämonischen an der Wurzel jeder existentiellen Erfahrung.
Mit ihrer Sprachmagie, ihren Exorzismen der Verzweiflung, ihrer Ästhetisierung des Makabren, Bizarren und Morbiden, und nicht zuletzt mit ihrer gewagten Erotik, markieren "Die Blumen des Bösen" einen Höhe- und Wendepunkt der französischen Dichtung: in ihrer formalen Perfektion noch der Verskunst des Klassizismus und der Romantik verpflichtet, sprengen und überschreiten sie deren inhaltliche Modelle und erschließen psychologisch wie soziologisch völlig neue Dimensionen.“ (schreibt der Verlag).

Zu Lebzeiten war Baudelaire kaum bekannt und kaum beachtet, und wenn, dann „vor allem ein kompetenter Verfasser von Berichten über Kunstausstellungen, ein guter Literaturkritiker, ein fleißiger Übersetzer Poes sowie ein Wagner-Enthusiast und -Promotor.“ (wikipedia)

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