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Offener Brief

Redaktion: 

Aus Anlass der Verwerfungen zu einer Rezension von Martin Hainz über den Text Über die kleine Form. Schreiben und Lesen im Netz von Jan Kuhlbrodt & zum 10 jährigen Bestehen von Fixpoetry

Ich betreibe Fixpoetry jetzt seit genau 10 Jahren. Just heute vor zehn Jahren ging die Webseite, wenn auch in einem vollkommen anderen Format ans Netz. Ins Netz gehen ist heute wie damals ein anspruchsvoller Akt, jeden Tag aufs Neue. Das ist ein nie endender Lernprozess, ein aufregender, ein lehrreicher und häufig auch ein bitterer. Empfindlichkeit ist nicht unbedingt eine gute Ausstattung. Jedes Wort liegt auf der Goldwaage.

So geschehen auch letzten Freitag, als eine kurz gefasste Kritik von Martin Hainz, der seit Jahren erfolgreich für Fixpoetry schreibt, über Jan Kuhlbrodts Essay Über die kleine Form. Schreiben und Lesen im Netz, erschienen bei mikrotext, online ging. Folgendes geschah:

a) die Kritik ging online und wurde von mir als Leseempfehlung auf Facebook gepostet
b) binnen Minuten kommentierten einige Leser Kritik an der Kritik, die als, zusammengefasst:  zu kurz gesprungen, bzw. nicht fundiert gelesen wurde. Nicht alle Kommentare waren sachlich.
c) der Rezensent verlor die Nerven und kommentierte auch nicht immer sachlich zurück
d) die Herausgeberin verlor ebenfalls die Nerven und, weil sie sich an diesem Tag in einer privat schwierigen Situation befand, löschte sie kurzum alles, nur um es aus den Augen zu haben.
e) der Autor des Essays Jan Kuhlbrodt, um den es ja maßgeblich ging, war der Einzige, der nicht die Nerven verlor.

Ich kann das jetzt nicht mehr rückgängig machen, kann mich nur für mein unprofessionelles Verhalten entschuldigen, aber noch nicht mal garantieren, dass das nicht mehr vorkommt. Möglicherweise können wir noch eine inhaltlich bessere Diskussion führen … Das werden wir sehen!

Ich möchte wahrlich kein Mitleid, ein bisschen Verständnis vielleicht. Ich verantworte und plane die Webseite Fixpoetry nach wie vor alleine. Ich hatte und habe Unterstützung, die ich mir eigentlich gar nicht leisten kann. Ich arbeite eigentlich, um andere zu bezahlen, eine absurde Situation, die mich manchmal wirklich an den Rand bringt. Aber das ist natürlich meine Sache, mein Problem.

 Fixpoetry ist rapide gewachsen, vor allen Dingen 2016/2017. Wir haben eine für ein solches Format ungewöhnlich hohe Leserzahl, haben alleine 2016/17 hunderte von Büchern besprochen und neue Formate ins Leben gerufen, die ohne die unbezahlte Mitarbeit von Autoren überhaupt nicht möglich wäre.

Kann man einfach so weitermachen? Ich glaube nicht! Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem die Webseite meines Erachtens eine weitere Ausbaustufe braucht. D.h. die einzelnen Inhalte müssten anders gebündelt, das nur manchmal tätige Lektorat müsste zu einer festen Einrichtung, das Online Marketing intensiver betreut, wenig gelesene Beiträge müssten analysiert oder werblich unterstützt, das Potenzial des bestehenden Netzwerkes genutzt bzw. ausgebaut, neue Themen und Inhalte, an denen es nicht mangelt, aufgenommen werden, um nur einige Punkte zu nennen. Kurzum, um weiterzuentwickeln, was für mich außer Frage steht, bedarf es einer soliden Finanzierung, die die Mitarbeit an diesem Projekt möglich macht. Daran arbeite ich gerade, wenn mir die vielen täglichen Aufgaben Luft dazu lassen. Ich halte euch auf dem Laufenden … Auf die nächsten Jahre, keine Ahnung zehn?, wage ich kaum zu denken!

Und vielen lieben Dank an alle, die mich bei meiner Arbeit unterstützen, für die Webseite schreiben, ob unbezahlt oder bezahlt, an Sie und Euch, die  Fixpoetry lesen, die mir jeden Tag das Gefühl geben, das ist nicht alles Puff! und morgen vergessen ist.

Julietta Fix
11.09.2017

 

14.9.2017
Heute ist zum Ebook  Über die kleine Form. Schreiben und Lesen im Netz von Jan Kuhlbrodt nebst Drama ein Beitrag von Stefan Schmitzer erschienen, den Sie hier lesen können. // JF

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