Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Fix Zone

1968 – Pop, Protest und Provokation

Redaktion: 

Am 24. September um 16.00 Uhr wird die Ausstellung zur 1968er-Bewegung auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde-Stromberg eröffnet.

Ausstellung 1968, Gestaltung Jeremias Vondrlik Kultur/Westfalen. Anti, anders, revolutionär – das sind Stichworte, die das Herz der 1968er-Generation bewegten. Die Ausstellung "Pop, Protest und Provokation" zeigt anhand literarischer, fotografischer und filmischer Dokumente, dass man in Westfalen während der 68er-Bewegung keineswegs „hinter dem Mond“ lebte. Es entwickelte sich eine lebendige Underground-Szene, Franz Josef Degenhardts Protestsongs waren in aller Munde und amerikanische Muster der Beat-Generation wurden adaptiert, um sie in der Lyrik und im Journalismus weiterzuentwickeln. Dieser bunte Mix wird so im Museum für Westfälische Literatur erstmals als Gesamtbild präsentiert. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 24. September, um 16.00 Uhr.

„1968 ließen sich auch in Westfalen zahlreiche junge Autoren von der Underground-Literatur in den USA zu eigenen Texten anregen. Es wurden Happenings inszeniert, Pop-Art-Filme gedreht, avantgardistische Zeitschriften gegründet und auf der Theaterbühne der Versuch unternommen, politisches Volkstheater ins Leben zu rufen“, sagt der Museumsleiter und Ausstellungsinitiator, Professor Walter Gödden. Diese Vielseitigkeit veranlasste Gödden dazu, in seinem gleichnamigen Buch zur Ausstellung „1968 – Pop, Protest und Provokation“ unterschiedlichste Texte aus dieser Zeit zusammenzutragen und eine Rundumschau der damaligen Bewegung zu schaffen.

„Die Autoren wollten mit ihren Texten agitieren, mobilisieren und provozieren. Ihr ästhetischer Anspruch war eher gering. Es ging den Autoren nicht darum, einen neuen Goethe zu erfinden“, fasste Walter Gödden die Beweggründe der Literaten dieser Zeit zusammen. Unter dem Motto der Provokation standen bereits die beiden Prologausstellungen „We want to make a Revolution - Der Herforder Jaguar-Club“ und „Sexy, Mini, Flower, Pop-Op. Charles Wilp: Werbung, Fotografie, Universalkunst“. Die dort angesprochenen Themen der Erotik und der sexuellen Befreiung spielen auch in die Hauptausstellung hinein, die einen Blick auf die höchst heterogene Literaturszene der 1968er Jahre wirft.

Die Bedeutung dieser Bewegung für Westfalen zeigt sich dabei vor allem in der sozialen Literatur, die in dieser Zeit starke Wurzeln ausbilden konnte. So wurde auch Literatur als Massenbewegung zu einem Thema. All diese Aspekte werden in der Ausstellung aufgegriffen, die bis zum 28. Januar im Museum für Westfälische Literatur zu sehen sein wird. Im Frühjahr 2018 soll dann der Ausstellungs-Epilog „Mein 68“ folgen. Für diese Schau kann jeder sein Lieblingsexponat – sei es Text, Buch oder Schallplatte - aus dem Jahr 1968 zur Verfügung stellen. Unter der Beteiligung von Autorinnen und Autoren sollen diese Exponate Gegenstand einer Museumsinstallation werden und in eine Dokumentation einfließen. Auch dem Nachhall und den Auswirkungen dieser epochalen Bewegung auf den Einzelnen bis in die heutige Zeit versucht das Ausstellungsexperiment damit in Form persönlicher Exponate Rechnung zu tragen.

Eine Ausstellung der LWL-Literaturkommission für Westfalen in Verbindung mit dem Zentrum für Informations- und Medientechnologien der Universität Paderborn (IMT) und dem Kulturgut Haus Nottbeck. Ausstellungsinstallation und Gestaltung: Jeremias H. Vondrlik. Das Projekt wird gefördert durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost.

Das Materialienbuch „1968 – Pop, Protest und Provokation“, herausgegeben von Walter Gödden in Verbindung mit Fiona Dummann und Claudia Ehlert, erschien im Aisthesis Verlag und kann für 29,80 Euro im Literaturmuseum erworben werden.

Mehr aus der Fix Zone



Dezember 2017



November 2017



Oktober 2017



September 2017



August 2017



Juli 2017



Juni 2017



Mai 2017



April 2017



März 2017



Februar 2017



Januar 2017