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Mahvash Sabet aus der Haft entlassen

Redaktion: 

BAHÁ'Í RELIGIONSGEMEINSCHAFT ÖSTERREICH / Öffentlichkeitsarbeit - Public Affairs meldet:

Mahvash Sabet  - ehemals leitendes Mitglied der Bahá’í - nach 10-jähriger Haft im Iran frei. Die systematische Verfolgung der Bahá’í geht indessen weiter.

Wien 19. September 2017 (OTS/bahai.at) – Gestern, 18.9.2017, wurde Mahvash Sabet (64) nach 10-jähriger Haftstrafe aus dem Evin Gefängnis im Iran frei gelassen. Sie wurde im März 2008 festgenommen und wartete 20 Monate auf ihre Anklage. Sie wurde zunächst zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Das Urteil löste weltweite Proteste aus; sowohl die Vereinten Nationen, etliche westliche Regierungen, darunter auch Österreich, sowie Medien forderten die bedingungslose Freilassung von Mahvash Sabet, da in Ihrer Verhaftung ein weiterer Höhepunkt der jahrzehntelangen Verfolgung der Bahá’í - der größten religiösen Minderheit im Iran – deutlich wurde. Nach sechs kurzen Verhandlungen erfolgte die Verurteilung ohne ein rechtmäßiges Verfahren; im Urteil vom 14. Juni 2010 wurde sie der Gefährdung der Sicherheit der Islamischen Republik für schuldig erklärt. Auch die Anwältin von Mahvash Sabet – die Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi – stellte nach dem Studium der Akten fest: „Ich leite das Team für die rechtliche Vertretung der Bahá’í. Nach gründlichem Studium ihrer Akten habe ich nicht den geringsten Anhaltspunkt für die Anklage gefunden, die gegen Sie erhoben wurde“.

Bahá’í sind im Geburtsland ihres Glaubens auf allen Ebenen des menschlichen Daseins der Willkür der Behörden ausgeliefert: ihre Ehen sind nicht anerkannt, ihre Kinder dürfen von der Schule verwiesen werden, in den Schulbüchern werden die Bahá’í verhöhnt, die Jugendlichen dürfen keine Universitäten besuchen, für wohltätige Dienste werden die Bahá’í inhaftiert und auch ihre Toten können die Bahá’í nicht in Frieden begraben – die Friedhöfe der Bahá’í werden geschändet.

Mahvash Sabet gehörte dem 7-köpfigen ehemaligen Leitungsteam (bekannt als „Yaran“) der Baháí im Iran an. Sie war die erste, die verhaftet wurde. Die sechs weiteren Mitglieder wurden im Mai 2008 verhaftet und wochenlang in Isolationshaft unter fürchterlichen physischen und psychischen Bedingungen festgehalten; sie befinden sich weiterhin in Haft. Man hofft, dass ihre Entlassung in den nächsten Monaten erfolgt: Fariba Kamalabadi (55), Jamalodin Khanjani (83), Afif Naeimi (55), Saeid Rezai (59), Behrooz Tavakkoli (65) und Vahid Tizfahm (43).

Die Baha’i-Gemeinde Österreich ist hocherfreut über die Nachricht der Haftentlassung von Frau Sabet. Ihre Sprecherin, Anja Spengler, erklärt: „Wir fühlen uns mit Mahvash sehr verbunden; nicht zuletzt da ihre im Gefängnis verfassten Gedichte letztes Jahr von PEN Österreich ins Deutsche übersetzt und in einem Band veröffentlicht wurden. So sehr die Entlassung aus der langen und schweren Haft auch eine Erleichterung für alle ist – die systematische Verfolgung und Verhetzung der Bahá’í geht im Iran ungebremst weiter. Hasspredigten und Hetzartikel wachsen ungehemmt auf dem Nährboden der staatlich inszenierten Diskriminierung der Bahá’í im Iran. Wir fordern die sofortige Freilassung sämtlicher Bahá’í im Iran und geben unserer Hoffnung Ausdruck, dass die Regierung des Iran ihr Versprechen einlösen und allen Iranern gleichermaßen Gerechtigkeit gewähren wird.“

"Die Hoffnung auf ihre baldige Freilassung bleibt aufrecht!", schrieb Monika Vasik in ihrer Rezension! Wieder ein Beweis dafür, dass sich jedes Engagement für zu Unrecht Inhaftierte und für die Achtung der Menschenrechte lohnt.

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