Fixpoetry

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Fix Zone

prêt-à-porter gedichte

Redaktion: 

Edition Peter Schlack, Auflage 200 signierte und nummerierte Exemplare,  32 Seiten Fadenheftung, gedruckt in der Werkstatt des Rudolf-Sophien-Stifts Stuttgart

Nach fast 10 Jahren publizistischer Abstinenz legt der 1958 in Siebenbürgen, Rumänien, geborene Dichter Klaus F. Schneider mit prêt-à-porter einen neuen Band vor. Der Titel ist nicht nur eine Etikettierung, in Abgrenzung zu den roten Teppichen, auf denen die diskurs mannequins präsentiert werden, sondern zielt auch auf Robert Altmans Episodenfilm, insbesondere dessen Schlussszene.

Diese Gedichte suchen und entfalten ihre Wirkung zwischen Anziehung und Abstoßung. Die thematische Bandbreite reicht von Archimedes bis Giovanni Trapattoni; zwei Namen zwischen denen nicht nur Welten liegen, sondern auch Parallelwelten mit ihren Populationen existieren. Dementsprechend soll auch niemand von zugang zu gedicht ausgeschlossen & lyrisch diskriminiert werden!

Der Autor begreift sich als ein primus inter parias. Das klingt bei aller Zurückstufung auch selbstbewusst provokant und ist Ausdruck einer Haltung, die sowohl den Lebensumständen wie Betriebsmechanismen Rechnung trägt. Nicht zuletzt ist diese Formulierung das Resümee einer fast 45 Jahre andauernden Beschäftigung mit den Spielarten und Zwängen der Gattung: Erkenntnisse, Einblicke und Ernüchterungen basierend auf den Begleitumständen und Folgeerscheinungen sich wandelnder Normen, eines betäubt von referenzen / von ganzen bienenvölkern bestäubt periodisch adaptierten Kanons wie dem damit verbundenen Wechsel der Protagonisten … samt des dazu gehörigen poetologischen Legitimations-Grundstocks und  terminologischer Neuausrichtung.

Der gemeinsame Nenner dieser formal wie inhaltlich sehr unterschiedlich angelegten Texte: sie entbehren eines festen Bodens im Überbau (jeglicher Couleur und Denkrichtung):  auch das gebrochene astwerk alter paradigmen triebe knospen. gnospen. Stattdessen erlauben sie sich genussvolle Exkurse in das definitive bedeutungskaleidoskop oder kongeniale auslegoland  und konfrontieren die (genderkonform, nicht abwertend) Leserschaft auch mit der Fragestellung: kann man heute etwas machen was keine kunst ist? Daraus resultiert der sie bestimmende Unterton: das Bewusstsein, mit jedem umgesetzten Ansatz, poetologischen Eng-& Rückführungen, Eskapaden oder Harlekinaden, Polemik, Pastiche oder  Parodie … sich nur innerhalb weiterer kontingenter aporien zu bewegen. 

klaus f. schneider  prêt-à-porter  Preis 8€ + Versand   Bestellbar ab 27. Sept. 2017  Edition Peter Schlack, Epplestr. 69, 70597 Stuttgart. Bestellen bitte hier:  peterschlack@mac.com

Eine ausführliche Rezension folgt!

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