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Maschinenzeit

Redaktion: 

Arbeit im Kessel, 1935. © Jakob Tuggener-Stiftung

Jakob Tuggener (1904-88) gehört zu den Ausnahmeerscheinungen der Schweizer Fotografie. Seine persönlichen und ausdrucksstarken Aufnahmen von rauschenden Festen der besseren Gesellschaft sind legendär, und sein Buch Fabrik von 1943 gilt als ein Meilenstein der Geschichte des Fotobuchs. Im Zentrum der Ausstellung «Maschinenzeit», die am 20. Oktober in der Fotostiftung Schweiz anläuft, stehen Fotografien und Filme aus der Welt der Arbeit und der Industrie. Sie reflektieren nicht nur die technische Entwicklung von der Textilindustrie im Zürcher Oberland bis zum Kraftwerkbau in den Alpen, sondern zeugen auch von Tuggeners lebenslanger Faszination für alle Arten von Maschinen: von Webstühlen über Schmelzöfen und Turbinen bis zu Lokomotiven, Dampfschiffen und Rennautos. Er liebte ihren Lärm, ihre dynamischen Bewegungen und ihre unbändige Kraft, und er setzte sie künstlerisch um. Gleichzeitig beobachtete er die Männer und Frauen, die mit ihrer Arbeit den Motor des Fortschritts am Laufen halten – nicht ohne anzudeuten, dass dereinst Maschinen die Menschen beherrschen könnten.

In Zusammenarbeit mit der Jakob Tuggener-Stiftung. Zur Ausstellung erscheint eine Auswahl von Tuggeners bisher unveröffentlichten Buchmaquetten im Steidl Verlag.

Während der 1930er Jahre stellte Tuggener druckfertige Buchdummys zusammen, die sich mit all diesen Themen befassten, also gebundene Bilderserien aus bis zu 150 ganz- oder doppelseitigen Originalabzügen, von denen jedoch keine einzige zu Lebzeiten veröffentlicht wurde – mit Ausnahme des 1943 erschienen Titels Fabrik, Tuggeners bahnbrechender »Bildepos der Technik« (Neuauflage bei Steidl 2011), der den Grundstein für seine internationale Bekanntheit legte. Viele seiner Motive stehen außerdem im Mittelpunkt seiner Kurzfilme, deren Genre jedoch irgendwo zwischen Dokumentation und Fantasie oszilliert.

Bücher und Filme versammelt sowohl faksimilierte Ausgaben der ersten zwölf original Buchdummys aus den Jahren 1936 bis 1982 als auch eine Auswahl seiner 16mm-Kurzfilme auf DVD. Alle Filme sind schwarzweiß und ohne Text – genauso, wie der Künstler es immer gewollt hat. Damit wird zum ersten Mal Jakob Tuggeners umfangreiches Werk einem breiten Publikum vorgestellt. Auf 1120 Seiten, mit 1000 Abbildungen. 13 Bücher in einem handgefertigte Sperrholz-Koffer , 30 x 34 cm. Englisch / Deutsch

Werkzeugmaschinenfabrik Tornos, Moutier, 1942. © Jakob Tuggener-Stiftung

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