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In Sepia klecksend

Redaktion: 

Victor Hugo, Blick auf Türme mit einem Stern im Himmel, Privatsammlung © Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien, René Stey

Der Schriftsteller Victor Hugo (1802–1885), Gallionsfigur der französischen Romantik und Homo Politicus schlechthin, wurde schon zu Lebzeiten zu einer eigenen Institution. Die emotionale Kraft, die seinen Jahrhundertromanen wie Der Glöckner von Notre Dame (1831) und Les Misérables (1862) innewohnt, fesselt bis heute eine weltweite Leserschaft.

Der visionäre Schriftsteller frönte jahrzehntelang auch einer malerischen Passion. Mit Darstellungen von skurrilen Randexistenzen zollte er Francisco de Goya Tribut. Mit märchenhaft-düsteren Darstellungen von Kathedralen und Schlössern beschwor er die Geister einer Vergangenheit herauf, deren kostbare Relikte er gefährdet glaubte. Victor Hugos Freizügigkeit im Umgang mit Malmitteln war dabei schier grenzenlos: In Sepia klecksend, fallweise unter Verwendung unkonventioneller Materialien wie Kaffeesatz oder Staub, ließ er oft das Zufallsprinzip walten, woraus Bilder des Erahnten, der vagen Möglichkeiten resultierten.

Victor Hugo, Marmorierter Klecks, um 1856, Privatsammlung © Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien, René Stey

 

In der umfangreichen Schau im Grafischen Kabinett werden rund 80 Blätter von Victor Hugo den Werken seiner vormodernen Vorgänger wie Alexander Cozens und William Turner gegenübergestellt. Gleichzeitig wird das Doppeltalent Hugo unter Berücksichtigung der fruchtbaren Verbindungen zu den Persönlichkeiten aus den Bereichen Literatur und Kunst in den Kontext eines bewegten Zeitalters eingebettet.

Victor Hugo: Der schwarze Romantiker.  17.11.2017 – 15.01.2018 im Leopoldmuseum

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