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Lauter Singularitäten

Redaktion: 

Wie bereits berichtet: Andreas Reckwitz erhält für sein Buch Die Gesellschaft der Singularitäten den mit 10.000 Euro dotierten Bayerischen Buchpreis 2017 in der Kategorie Sachbuch.

In der Begründung der Jury heißt es: »Andreas Reckwitz liefert uns einen wertvollen, originellen Schlüssel für das Verständnis unserer spätmodernen Existenz. Seit langem war Soziologie nicht mehr so aufregend.«

Der Jury gehören die Autorin und Kritikerin Thea Dorn, die Journalistin und leitende Redakteurin bei Deutschlandfunk Kultur Dr. Svenja Flaßpöhler und der Kulturredakteur des Bayerischen Rundfunks Knut Cordsen an.
Der Bayerische Buchpreis 2017 wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern veranstaltet und vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie gefördert. Medienpartner sind der Bayerische Rundfunk und DIE ZEIT, Förderer sind das PS-Sparen der bayerischen Sparkassen, Media Control und der Verein zur Leseförderung.

Das Besondere ist Trumpf, das Einzigartige wird prämiert, eher reizlos ist das Allgemeine und Standardisierte. Der Durchschnittsmensch mit seinem Durchschnittsleben steht unter Konformitätsverdacht. Das neue Maß der Dinge sind die authentischen Subjekte mit originellen Interessen und kuratierter Biografie, aber auch die unverwechselbaren Güter und Events, Communities und Städte. Spätmoderne Gesellschaften feiern das Singuläre.

Ausgehend von dieser Diagnose, untersucht Andreas Reckwitz den Prozess der Singularisierung, wie er sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Ökonomie, Arbeitswelt, digitaler Technologie, Lebensstilen und Politik abspielt. Mit dem Anspruch einer Theorie der Moderne zeigt er, wie eng dieser Prozess mit der Kulturalisierung des Sozialen verwoben ist, welch widersprüchliche Dynamik er aufweist und worin seine Kehrseite besteht. Die Gesellschaft der Singularitäten kennt nämlich nicht nur strahlende Sieger. Sie produziert auch ihre ganz eigenen Ungleichheiten, Paradoxien und Verlierer. Ein wegweisendes Buch, verspricht der Verlag.

Was besonders erscheint, lässt sich immer typisieren. Vor allem aber: Dass Einzigartigkeiten sozial fabriziert sind, heißt nicht, dass ihnen die soziale Realität abzusprechen wäre. Man muss hier vielmehr an das berühmte soziologische »Thomas-Theorem« erinnern, das lautet: »Wenn die Menschen Situationen als wirklich definieren, sind sie in ihren Konsequenzen wirklich.«
Andreas Reckwitz

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