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Künstlerbücher. Die Sammlung

Redaktion: 

Dieter Roth, Kinderbuch. Quelle: Hamburger Kunsthalle

Künstlerbücher erzählen Geschichten, sind Manifeste, Archive oder politische Proklamationen. Sie brechen mit traditionellen Formen der Gestaltung, eröffnen neue Räume, sind programmatisch, narrativ, spielerisch oder auch abgründig. Durch die Konzeptkunst und Fluxus-Bewegung als offenes und vielseitiges Medium entdeckt, haben sich die Künstlerbücher seit den 1960er Jahren als eigenständige Kunstgattung etabliert.

Mit der Ausstellung »Künstlerbücher. Die Sammlung« präsentiert die Hamburger Kunsthalle erstmals eine Auswahl der bekanntesten Publikationen aus ihrer rund 1.700 Exponate umfassenden Sammlung. Deren Ausgangspunkt sind die Werke der Minimal Art und Konzeptkunst, in denen Künstler wie Sol LeWitt, Ed Ruscha und Lawrence Weiner in den 1960er und 1970er Jahren ihre seriellen und konzeptuellen Ideen in das Medium Buch umsetzten. Unter Einbeziehung vieler anderer Medien wie Musik, Poesie, Aktionen und Happening sowie durch spontane Improvisationen wurde in der Kunst der Fluxus-Bewegung das übliche Buchformat gesprengt. Vergleichbar einer 'Partitur', spielt hier das Buch als Vermittler eine bedeutende Rolle. Darüber hinaus ziehen anspruchslose und alltägliche Materialien in Form von Stempeldruck, Stanzungen, Fotokopien, Collagen und mechanischen Drucktechniken in die Sphäre des Buches ein. Es wird zum Experimentierfeld für neue Konzepte. Zugleich wird die Kunst enthierarchisiert und für jedermann erschwinglich. Wie kaum ein anderes künstlerisches Medium steht das Künstlerbuch daher auch für die Demokratisierung von Kunst.

Neben der Freiheit von kommerziellen Zwängen ist es nicht zuletzt die Idee des ‚alternativen Raums, die vor allem in den letzten Jahren junge Künstler_innen dazu veranlasst hat, sich diesem Medium zuzuwenden. Viele gründen eigene Verlage, publizieren ihre Werke in kleinen Auflagen und experimentieren mit neuen Formaten. Dabei tritt auch die Künstlerschallplatte als akustisches Medium wieder in den Vordergrund.

Künstlerbücher werden in der Bibliothek der Hamburger Kunsthalle in enger Anlehnung an die gesamte Sammlung des Museums erworben. Deshalb werden in der Ausstellung ergänzend zu den Buchpublikationen Kunstwerke aus der Galerie der Gegenwart und dem Kupferstichkabinett gezeigt, die in einem direkten Zusammenhang mit den Veröffentlichungen stehen. Dieter Roth, dem wichtigsten und sowohl eigensinnigsten als auch kompromisslosesten Künstlerbuch­-Protagonisten, sowie dem im letzten Jahr verstorbenen Hamburger Künstler Claus Böhmler sind jeweils eigene Räume gewidmet.

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