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Zeit für Celan

Redaktion: 

Paul Celan & seine Frau, die Grafikerin Gisèle Lestrange. Quelle: SWR/ARD

Verpasst. Soeben erinnerte im SWR Fernsehen eine gelungene Dokumentation an Paul Celan:

„Der Film erzählt Celans Biografie als ein packendes Stück deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert. Das Porträt verbindet Reisebilder von Aufenthaltsorten des Dichters, Archivaufnahmen sowie Interviews mit dem Celan-Forscher Bertrand Badiou und Eric Celan.
Paul Celans Weg aus der Bukowina, dem ostjüdischen Buchenland, über Wien nach Paris ist der Weg eines anarchischen und sensiblen Charmeurs in die Dunkelheit eines unheilbaren Traumas: Unter den Erfahrungen des Holocaust leidend, wählt er 1970 mit noch nicht einmal 50 Jahren den Freitod in der Seine.“ – zu spät, um als Hinweis in der fix zone noch zu greifen - -- und eine Wiederholung ist aktuell nicht vorgesehen.

Aktuell aber ist dieser Hinweis hier auf Abschluß der Werkausgabe bei suhrkamp:

Mit den Bänden 15 (bereits erschienen) und 16 der Historisch-kritischen Ausgabe der Werke Paul Celans (Bonner Ausgabe) tritt die Prosa in den Blickpunkt, nachdem mit den Bänden 1-14 das lyrische Werk vollständig ediert vorliegt. Im Zentrum des Bandes 16 steht die Edition sämtlicher vorbereitender Materialien zur Büchner-Preis-Rede Der Meridian von 1960, einem der bedeutendsten und meistgedeuteten poetologischen Texte des 20. Jahrhunderts. Es schließt sich die Edition diverser unveröffentlichter Ensembles wie Umkreis Gegenlicht, Gegen das Gelichter, Erzählerisches, Poetologisches und Szenisches an. Ergänzt wird der Band durch einen reichhaltigen, über einhundertseitigen Anteil von Faksimiles und einen Index.

Mit dem nun Mitte November erschienenen Band 16 ist die Historisch-kritische Ausgabe der Lyrik und Prosa Paul Celans, besorgt von der Bonner Arbeitsstelle für die Celan-Ausgabe, nach über 40 Jahren der Planung und Ausführung abgeschlossen. Sie ist die umfangreichste Edition von Celans dichterischem Werk.

Allerdings, so schreibt der Herausgeber Andreas Lohr in seiner Vorbemerkung:
„Mit diesem letzten Band der ersten Abteilung ist die historisch-kritische Edition der Werke Paul Celans nicht abgeschlossen. Die seit langem geplanten Materialienbände zur Lyrik stehen aus, auch fehlt eine historisch-kritische Edition der Übertragungen Celans. Beide Vorhaben sind derzeit von einer Realisierung leider noch weit entfernt. Bis Ende 2018 indes werden mehrere Register zur ersten Abteilung unter der Netzadresse www.paul-celan.de digital bereitgestellt werden: ein alphabetisches Verzeichnis der Gedichte, der Entwürfe und einzelnen Textstufen, der Erwähnungen von Gedichten in Sammelbeschreibungen und Listen, außerdem eine Liste sämtlicher Datierungen, ebenso der Papiersorten, nicht zuletzt der Signaturen und ein Personenregister. An eine Aufstellung der Tonaufnahmen ist zu denken. Auch können auf diese Weise Nachträge zu den Bänden 1 bis 16 und allfällige Corrigenda und Erläuterungen zu den Apparaten sowie nach Möglichkeit Abbildungen von Celans Handschriften und Typoskripten zur Verfügung gestellt werden. – Schließlich wäre noch eine textkritische Edition der rumänischsprachigen und der französischen Texte zu leisten.

Die Bonner Paul Celan-Arbeitsstelle ist erreichbar unter: celan-arbeitsstelle@uni-bonn.de.“

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