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Glam Boom

Redaktion: 

„Eine meiner frühesten Pop-Erinnerungen ist, wie mich der Anblick und der Sound von Marc Bolan bei  Top of the Pops  aufwühlten, er sang vermutlich »Children of the Revolution« oder »Solid Gold Easy Action«. Mehr noch als die bedrohliche Sinnlichkeit des T.-Rex-Sounds zog mich Bolans Look in seinen Bann. Seine Haare, die sich wie elektrifiziert kräuselten, seine von Glitter bedeckten Wangen, dann noch dieser Mantel, der aus Metall zu sein schien– Marc wirkte wie ein Kriegsherr aus dem Weltraum.“
Simon Reynolds

Nach seiner »Retromania« legt der wohl bedeutendste Poptheoretiker der Gegenwart mit »Glam« nun das Standardwerk zu diesem oft faszinierenden Musikstil vor. Eine Kulturgeschichte der eigenwilligen Mode und schrägen Stars, die bis heute maßgeblichen Einfluss auf die Popkultur haben. David Bowie, T. Rex, Alice Cooper und Roxy Music feierten mit Glam das Künstliche und das Spektakel und grenzten sich so von den immer gleichen Rockbands ihrer Zeit ab. Glam war also mehr als nur ein buntes Spiel, er war das erste kulturelle Auflehnen gegen die in Langeweile erstarrte Rockmusik Jahre vor Punk. Simon Reynolds lädt die Leser zu einer Bildungsreise durch die frühen Siebziger ein, in die Zeit der Glitzerkostüme, des Make-ups und der aufregenden Musik. Dabei bettet das Buch Glam in den größeren kulturellen und politischen Kontext ein, in eine Zeit des sozialen Umbruchs und der politischen Desillusionierung. Und es erzählt die Geschichte eines Bruches, den Künstler wie Lou Reed, die New York Dolls, Queen oder die Sparks mit der Hippie-Generation vollzogen haben, indem sie das Künstliche über das Authentische und das Wahre stellten. Abschließend verfolgt Reynolds die Spuren von Glam bis in die Gegenwart und findet bei Künstlerinnen wie Lady Gaga ähnliche Strategien, etwa der Androgynität oder Dekadenz. Glam zeigt, dass der Art Pop der Siebziger auch heute noch die Popkultur prägt.

Simon Reynolds : Glam: Glitter Rock und Art Pop von den Siebzigern bis ins 21. Jahrhundert. Aus dem Englischen von Jan-Niklas Jäger. Ventil Verlag, 2017.

Leseprobe

*

Der Songtext und ein Link zu dem, was die Graswurzel dazu meint:

Children of the revolution

Well you can bump & grind
And its good for your mind
Well you can twist & shout
let it all hang out

But you won't fool the Children of the Revolution
No you won't fool the Children of the Revolution

Well you can bump & grind
And its good for your mind
I drive a Rolls Royce
'cause it's good for my voice

Marc Bolan
Zuerst veröffentlicht auf T.Rex: Tanx, 1973
Very Best of Marc Bolan, 1998

Kinder der Revolution

Gut, du kannst rackern und dich schinden
und es ist gut für dein Gefühl
Gut, du kannst dich drehen und brüllen
zeig es allen

Aber du wirst sie nicht an der Nase herumführen die Kinder der Revolution
Nein, du wirst sie nicht verscheißern die Kinder der Revolution

Gut, du kannst rackern und dich schinden
und es ist gut für dein Gefühl
Ich fahre einen Rolls Royce
weil es gut für meine Stimme ist

 

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