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Metamoderner Metarealismus

Redaktion: 

Ilya Kutik (Quelle: Lettrétage)

Metapher in der Zeit der Metamoderne, in der Lettrétage am 22. Dezember: 
„Bis heute gibt es unterschiedliche Auffassungen des russischen Metarealismus in Hinsicht darauf, was diese Schule ausmacht, wie sie entstanden ist, wer zu den „Vätern“ gehörte, sogar wie sie eigentlich heißen sollte,“ – schreibt Dmitri Dragilew in seinem Essay „Geheimtipp Meta-Meta“. Der Schule wurde manchmal eine kalkuliert intellektuelle und dabei rabelaisianisch-ornamentalistische Überladenheit vorgeworfen. Aber selbst wenn gezierter und gezielter „Barock“ sich immer noch zeigt, vor allem sind es Phantasie und Intuition, phonetische Stimmigkeit und energisch-dynamische Metaphorik, die dem nüchternen Minimalismus der Zeitenwende mit seinen mitunter allzu sachlichen und exakten Inhalten trotzen.

Dmitri Dragilew (Quelle: Lettrétage)

Dass die Strömung nach wie vor nicht nur existiert, sondern sich aktiv in den literarischen Diskurs einmischt, zeigen neueste Publikationen über Metamodernismus, eine aktuelle Entwicklung und Fortsetzung des metarealistischen Paradigmas im XXI. Jahrhundert: Die verschachtelte und labyrinthische Metametapher, die für Verbindungen zuständig ist, trifft auf die Metamoderne, in der keine Verbindungen widersprüchlich sind. „Die Konstellation wird nur beim Erscheinen der Schüler ihre Fülle finden“, meinte einst Alexej Parstschikow. Zu den Schülern zählt auch Dragilew selbst, der bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten in Deutschland und seit 2005 in Berlin lebt. Der zehn Jahre ältere Ilya Kutik lebt seit 1995 in den USA und gehört zu den Metarealisten der ersten Stunde. Er war allerdings der jüngste der Ur-Generation, ein Kommilitone von Parstschikow am Gorki-Literaturinstitut, und obwohl er beinahe zeitgleich mit ihm debütierte, ist er nach wie vor einer der erfolgreichen Entdeckungsreisenden durch die Metapherwelten. Die Gedichte werden im Original und in der deutschen Übersetzung präsentiert. Moderation und deutsche Nachdichtungen: Sergej Gladkich und Hendrik Jackson.

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