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Bitter und vergessen

Redaktion: 

Folge einer nachahmenswerten Vortragsreihe der Stadt Wien unter dem Titel "Autorinnen feiern Autorinnen" ist eine kleine Buchreihe im Mandelbaum Verlag. Seit 2014 wird jährlich von einer Wiener Autorin eine Festrede zu Ehren einer bedeutenden verstorbenen Wiener Schriftstellerin veröffentlicht.
 

Aktuell bespricht Veronika Schuchter für das Literaturhaus Wien den letzthin erschienen Band:
„Wie die vorangegangenen Vorlesungen wurde nun auch Rabinowichs Vortrag unter dem Titel "In zerbrochenen Spiegeln" im Mandelbaum Verlag veröffentlicht. Mit der Wahl Mela Hartwigs rückt man den blinden Flecken der Literaturgeschichte zu Leibe, die der 1893 in Wien geborenen Schriftstellerin höchstens eine Randnotiz zubilligt. … Doch was Rabinowich beflügelte, verdammte Hartwig zur Sprachlosigkeit, ein typisches Exilschicksal: "Ihre Karriere endet gewissermaßen dort, wo meine begann. Wurde ich ins Exil nach Wien geschickt, um dort neu eingetopft zu werden und aufzublühen, so ging Mela Hartwig ins Exil nach London, um dort ihre Wurzeln zu verlieren und gleichzeitig als Schreibende langsam zum verwelken, zuerst ungläubig, dann unter großem Widerstand und Kraftaufwand, mit einem langjährigen, langatmigen Aufbäumen, schließlich bitter und vergessen." (S. 45). Hartwig musste 1938 mit ihrem Ehemann Robert Spira aus Österreich flüchten. Die Rückkehr nach dem Krieg scheitert, Mela Hartwig stirbt 1967 im Londoner Exil, das ihr nie Heimat wurde.“

Julya Rabinowich: In zerbrochenen Spiegeln.  Julya Rabinowich über Mela Hartwig. Mandelbaum Verlag, Wien 2017.

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