Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Fix Zone

Weiße Blätter

Redaktion: 

Erik-Ernst Schwabach tauchte um 1912 wie aus dem Nichts im Leipziger Literaturmilieu auf. Zunächst betätigte sich der Bankierserbe als Unterstützer des legendären Verlegers Kurt Wolff. Die von ihm herausgegebenen "Weißen Blätter" wurden schnell zur wichtigsten Zeitschrift. Sein Netzwerk umfasste nahezu alle Autoren des Expressionismus. Getrieben von großem literarischem Ehrgeiz trat er selbst als Autor in Erscheinung. Viele Zeitgenossen sahen in ihm nur den Mäzen und, wie Walter Hasenclever, eine "Chiffre für Geld". Alfred Kerr erinnerte sich wehmütig an prunkvolle Feste auf Schwabachs geliebtem Schloss Märzdorf. Hier und in seinem mondänen Salon in Berlin kamen Heinrich Mann, Franz Blei, Otto Flake, Carl Hauptmann, Else Lasker-Schüler, Max Herrmann und viele andere Schriftsteller zusammen.
Als Schwabach sein enormes Vermögen in der Inflation verlor, begann sein dramatischer Absturz. Er versuchte sich als Autor der "Literarischen Welt" und musste seine kostbare Bibliothek und die Schlosseinrichtung versteigern. Nach 1933 ging der Sohn eines konvertierten Juden als Drehbuchautor nach London, wo er verarmt starb.
Die Biografie entreißt einen vergessenen Protagonisten der deutschen Literaturszene dem Vergessen.

Peter Widlok: Erik-Ernst Schwabach (1891–1938. Verleger, Autor und Mäzen des Expressionismus. Böhlau Verlag, 2017.

eine Ausgabe der weißen Blätter aus dem Jahr 1916

Mehr aus der Fix Zone



Dezember 2018



November 2018



Oktober 2018



September 2018



August 2018



Juli 2018



Juni 2018



Mai 2018



April 2018



März 2018



Februar 2018



Januar 2018