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Tage der Unruhe

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Text, Notizen, Statements zur Lage
THEATER NESTROYHOF/HAMAKOM
Nestroyplatz 1, 1020 Wien
07. März 2018, 19.30 Uhr mit: Gustav Ernst und Robert Schindel
Moderation/Konzeption: Karl Baratta

Gustav Ernst & Robert Schindel

"Heute -so kommts mir vor - reizt diese neue konservativnationalistische und rechtsextrempopulistische Regierung aus, was eventuell schon wieder geht. Die Punzierungen der Anderen - das sind nicht unsere Leut - schreitet stetig voran und ein Teil der Boulevardöffentlichkeit zieht mit. So präparieren die Herrschenden einen Sachverhalt, der rückwärtsgewandt und potentiell gefährlich für die Menschenrechte ist. Und wer von diesen Herrschaften noch womöglich in der zweiten oder dritten Reihe lauert, dass seine Stunde bald kommen wird, wissen wir noch nicht. Wenn sie dann heraufkommen aus den Katakomben der jüngeren Zeitgeschichte, mit oder ohne Schmisse, und zum Gewaltmarsch blasen, dann wird es spät sein für eine radikaldemokratische Gegenwehr." (Robert Schindel)

Ich möchte besonders geliebt werden, gerade deswegen und dafür, weil es nicht den geringsten Grund gibt, warum mich irgend jemand besonders lieben sollte, verstehen Sie. Ich bin nichts, aber das einheimisch! Wenn schon das Nichts nicht gesehen werden kann, das ich bin, und geschätzt, so muß wenigstens das Einheimische an diesem Nichts gesehen werden können und geschätzt. Die Nicht-Einheimischen werden immer geliebt und sind derselbe Scheißdreck wie ich. Kaum treten sie auf, springen über die Grenze und sind da, schon werden sie geliebt! Ich bin schon die ganze Zeit da und spring und spring und werde die ganze Zeit schon nicht geliebt. So ist das! (Gustav Ernst, aus dem Theaterstück "Ein Volksfreund")

Robert Schindel, geboren 1944 in Bad Hall bei Linz, überlebte als Kind jüdischer Kommunisten den Nationalsozialismus in Wien. Von 1961 bis 1967 war Schindel selbst auch aktives Parteimitglied der KPÖ. 1967 holte er sein Abitur nach, studierte Philosophie und engagierte sich in maoistischen Kreisen. Daneben entstanden Arbeiten für Film, Fernsehen und Rundfunk. Ab 1986 arbeitet er als freier Schriftsteller in Wien. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter den Erich-Fried-Preis 1993 und den Eduard-Mörike-Preis 2000. Publikationen, u. a. "Gebürtig". Roman (1992), "Immernie". Gedichte (2000), "Nervös der Meridian". Gedichte (2003). "Der Kalte" Roman (2013).

Gustav Ernst, geboren 1944 in Wien. Herausgeber der Literaturzeitschrift „kolik“ und der Filmzeitschrift „kolik.film“. Mitbegründer des Drehbuchforum Wien. Lehrt am Institut für Sprachkunst, Universität für angewandte Kunst, Wien. Gründung Leondinger Akademie für Literatur (gem. mit Karin Fleischanderl). Lebt als freier Schriftsteller in Wien. Preise u.a. Förderungspreis der Frankfurter Autorenstiftung 1980, Preis der Stadt Wien für Literatur 2013. Werke u.a. „Ein irrer Hass“, Volksstück. "Die Frau des Kanzlers." Eine Rede, "Grado. Süße Acht" Roman, „Blutbad, Strip und tausend Rosen“, Theaterstücke. „Tollhaus“, Dialoge, Szenen, kleine Stücke. „Helden der Kunst, Helden der Liebe“, Roman. „Beste Beziehungen“, Roman. „Grundlsee“, Roman. „Zur unmöglichen Aussicht“, Roman

 

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