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Bildpost von Meckel

Redaktion: 

Mit dem Band bildpost. 100 briefe und postkarten aus sechs jahrzehnten liegt eine  ebenso künstlerisch wie liebevoll  gestaltete Publikation vor, die ein Stück literarischen und künstlerischen Zeitgeschehens mit dem privaten Dichter- und  Künstlerleben von Christoph Meckel  in sich vereint.
Christoph Meckel,  der als einer der bedeutendsten deutschen Autoren und Künstler der Nachkriegszeit gilt, gewährt darin Einblicke in einen  sehr persönlichen und der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich gemachten Bereich seines umfangreichen Werks. Zahlreiche Zeichnungen um  die der Dichter seine postalischen Nachrichten an Freunde und Bekannte ergänzt hat,  eröffnen dem  aufmerksamen Betrachter eine neue  Betrachtungsebene, die das geschriebene Wort und die darin transportierte Aussage auf unersetzbare Weise verstärkt.
 

Das Wort richtet Christoph Meckel unter anderem an die befreundeten Lyriker und Erzähler Johannes Bobrowski und Erich Arendt, letzterer auch  ein bedeutender deutscher Übersetzer, die Verlegerin Katharina Wagenbach-Wolff, den Schweizer Bildhauer und Objektkünstler Jürgen Brodwolf und viele andere Autoren und Künstler, die das intellektuelle und künstlerische Leben  im Deutschland der Nachkriegszeit so nachhaltig  mitgestaltet und beeinflusst haben. Die Briefe und Postkarten samt ihren Farb- und Schwarzweiß-Zeichnungen, die als Faksimiles im Band abgebildet werden, tragen dazu bei, mit der Lektüre und Betrachtung ein lebendiges Erlebnis zu erzeugen. Bereichernde Welten tun sich auf, lässt man  Christoph Meckels Freude am  Sprachspiel und  sein Faible  für kindlich inspirierte Zeichnungen, die so aufgeladen sind von poetischem Geist, auf sich wirken.
 

Als Initiatorin des genreübergreifenden Buchprojekts und maßgeblich an dessen Umsetzung beteiligt ist die Herausgeberin Martina Hanf, die in Absprache mit Christoph Meckel  und  dem  Verleger und  Gestalter Michael Wagener eine besondere Auswahl aus dem Brief- und Postkartenbestand getroffen hat.  Ein wichtiges Augenmerk gilt auch  der Übertragung der Handschrift des Künstlers, die hier als Transkription jeweils neben der entsprechenden Brief- oder Postkartenabbildung verweilt: das  Original unverfälscht  und  unter  Berücksichtigung  besonderer Sprach- und Schreibeigenheiten des Verfassers wiedergebend.

Die von der Herausgeberin in einem langen und  intensiven Arbeitsprozess in Archiven sowie bei Privatpersonen mit großer Sorgfalt gesichteten und akribisch zusammengetragenen Dokumente, wie sie hier chronologisch in Form von Briefen und Postkarten aus den Jahren 1958 bis 2014 vorgestellt werden, zeugen nicht  weniger von einer großen Liebe des Dichters zur Sprache als von jener des Grafikers und Zeichners zum Bild.

bildpost | briefe  und postkarten aus sechs jahrzehnten | christoph meckel | herausgegeben von martina hanf
140 seiten | klappenbroschur | fadenheftung | 235 x 297 mm | zahlr. farb. abb. | reihe A4 [band 26] | gutleut verlag 2018

 

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