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Redaktion: 

Workshop mit Adrian Giacomelli: Generative Poesie mit dem Computer

21.04.2018 - 22.04.2018, 10:00 - 18:00 Uhr

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.
Waldschmidtstrasse 4, 60316 Frankfurt am Main, Telefon 069.24449940, info@hlfm.de

Ein Workshop mit dem Untertitel „Generative Poesie mit dem Computer” ist der Literatur weniger fremd, als man zu denken gewohnt ist. Im Gegenteil führt er uns zurück ins Herz all dessen, was man heute modern nennt.

Es gibt viele Definitionen der europäischen Moderne und der Zeit der Avantgarden, doch noch keine lautete so: die Avantgarde war ihrer Zeit und den nachfolgenden weit voraus, da man trotz Ermangelung von Computern (einem Zustand, der noch Jahrzehnte andauern sollte) bereits Kunst mit Computern schuf. Sämtliche Kunsttechniken der Avantgarde verdanken sich computerisierter Verfahren, oder genauer gesagt: verdanken sich Algorithmen. Nichts anderes ist hier mit Generativer Poesie gemeint.

Ganz egal, ob man von Dada spricht oder von Futurismus, von Kubismus oder Surrealismus. Gerade letzterer kultivierte eine Schreibpraxis, die sich bezeichnenderweise écriture automatique nennt. Die Folgegenerationen führten das Erbe weiter und erdachten neue Algorithmen, doch, seltsam genug, immer noch auf dem Papier: man denke an die Cut-Ups von William S. Burroughs, oder an die bis heute aktive und mathematisch beeinflusste Dichter-Community Oulipo. Was sie alle gemeinsam haben, ist, dass sie Algorithmen zur Schaffung von Literatur einsetzen.

Analog zu der Geschichte der modernen Literatur, angefangen bei Tristan Tzaras „Um ein dadaistisches Gedicht zu machen“  werden die Teilnehmer dieses Workshops lernen, wie sich mit einfachen Mitteln, nämlich einem einfachen Texteditor und einem Internetbrowser, kleine poetische Maschinen mit großem avantgardistischen Talent programmieren lassen.

Wem also die Möglichkeiten des experimentellen Dichtens mit Stift und Papier schon längst nicht mehr genügen, dem kann dieser Workshop die richtigen “Tools” an die Hand geben. Wer sich traut, der wird belohnt werden.

Teilnahme-Informationen:

Vorkenntnisse in Programmierung sind nicht von nöten, aber nicht von Nachteil. Eine Woche vor Workshop-Beginn wird an die Teilnehmer ein kleine Einführung verschickt, um die wichtigsten Begriffe schon einmal verinnerlichen zu können. Jeder Teilnehmer sollte einen eigenen Laptop mitbringen, das Modell oder Betriebssystem spielt keine Rolle, so lange er internetfähig ist und die letzte Version eines Browsers wie Firefox oder Chrome installiert hat. Da der Workshop zugleich eine Einführung in die Programmierung darstellt und mit vielen neuen Erkenntnissen aufwartet, erstreckt sich die Veranstaltung über zwei Tage, an denen es sich empfiehlt ausgeschlafen und nüchtern zu sein.

Teilnahmegebühren: 100,-/50,-

Anmeldungen bitte an: bjoern.jager@hlfm.de

Mit freundlicher Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Adrian Giacomelli studierte Komparatistik und Romanistik in Frankfurt/Main und Valencia. Zahlreiche Veröffentlichungen im Kunstbereich, Übersetzungen aus dem Spanischen, Italienischen und Französischen. Zuletzt erschien seine computerisierte Anthologie “Le degré 13 de la littérature”. Er gibt regelmäßig Workshops, die sich auf der Grenze zwischen Kunst und Programmierung bewegen.

 

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