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Redaktion: 

Einer der besten Kenner der aktuellen deutschsprachigen Lyrik ist Konstantin Ames (u.a. Preisträger Lyrikpreis Meran), der nicht nur selbst „hochkarätige Lyrik“ (FAZ) schreibt, sondern dem es erfreulicher Weise in letzter Zeit immer öfter gelingt, zeitgerechte, als „schwierig“ geltende Varianten treffend zu besprechen, z.B. in dieser höchst lesenswerten Rezension zu Walter Fabian Schmids unlängst erschienenem „stimmapparatvibrato“ auf signaturen:

„Sterilität vermeidet Schmid genauso wie schiere Identitätspflege. So entstehen mal standard- und dialektsprachliche Hybride, ein andermal werden Szenegequatsche und astrophysikalische Fachsprache gemixt. Es ist schwer vorstellbar, dass diese Texte ohne eine gehörige Grundaufgeregtheit vorgetragen werden. Das hat bei Schmid eine altehrwürdige tugendethische Dimension; nicht ohne Berechtigung tauchen Begriffe wie ira, superbia, invidia auf. Das zielt nicht nur auf die Charakterdeformationen einiger Betriebsgrößen ab, sondern legt sich die gesamtgesellschaftliche Sprachverrohung auf die Zunge. Herzinniglich in sich hinein monologisierende Lyrik, die sich zur blauen Stunde in eine weltlose Selbstberauschung hineinsäuselt, kann dabei nicht herauskommen. Schmid zeigt sich in seinem ersten Buch erdschwer, kombinationsstark, präsent. Wer das (Lautstärken und Tonhöhen gekonnt wechselndes) Granteln, Zetern und Zischen des aus Regen gebürtigen Wahlberners noch nie gehört hat, dem hätte eine auditive Beilage diese – auf den prononcierten individuellen Vortrag hin orientierte Schreibeweise – ohrenfällig komplettiert. Aufnahmen nachzureichen empföhle sich; es würde sich wohl ungefähr so anhören.“

Walter Fabian Schmid: stimmapparatvibrato. parasitenpresse.

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