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30 Jahre Lettre International

Redaktion: 

Am 7. Juni 2018, erschien das Jubiläumsheft der Lettre International aus Anlaß des 30jährigen Bestehens der deutschen Ausgabe der Zeitschrift.

100 Autoren und Künstler aus aller Welt haben zu dem 188 Seiten umfassenden Heft beigetragen. Tobias Rehberger, Träger des „Goldenen Löwen“ der Biennale Venedig 2010, bringt das Heft mit einem spektakulären Titelbild in Schwung: Eine grenz- und kulturüberschreitende Aktualisierung des sozialistischen „Bruderkusses“ zwischen Leonid Breschnew und Erich Honecker von 1979. Fünfzig weitere Künstler, darunter Robert Longo und Lawrence Weiner, Miquel Barceló, Ai Weiwei, Shang Yang, Dieter Appelt, Barbara Breitenfellner, Martin Assig, Gunter Rambow, Hans Hansen, Mark Lammert, Valérie Favre, Daniel Schwartz, Max Grüter, Jan Fabre, Juan Manuel Castro Prieto, Cristina García Rodero, Konstantin Skotnikov, Gueorgui Pinkhassov, Quentin Bertoux, Denis Dailleux, François Fontaine, Dodi Reifenberg, Ayumi Tanaka, Minoo Emami, Ewa Einhorn und viele andere sind mit Zeichnungen, Malereien, Collagen, Photographien dabei.

Auf den Leser warten: Hintergrundanalysen, Essays, Plädoyers, Bekenntnisse, Meditationen, Tiefengespräche zu hochaktuellen Themen: Eine Geschichte der Neugier. Tierische Intelligenz. Glanz und Elend des Zeitungsjournalismus. Nachrichtenbusiness in digitalen Zeiten. Eine kurze Geschichte von ARTE. Geschlechterturbulenzen. Fragile Territorien des Begehrens. Tropischer Surrealismus. Die Pornographie in unserem Leben. Zivilisationsdiagnosen. Die Suche nach dem Ereignis. Zeiterfahrungen. Kunst und Menschlichkeit. Kunst und Käuflichkeit. Kunst und Mode. Einsamer Ruhm. Japanische Holzschnitte. Der Bruch zwischen Stalin und Tito. Geschichten aus Chinas Gefängnissen. Gefechte der Gegenwart. Die Größe Nelson Mandelas. Großprojekte ohne Plan. 1984 und Neurologie. Zwei Geometrien des Gehens. Gangsterpolitik. Österreichische Metaphysik. Ein düsteres Tagebuch von Jean Moulin, dem späteren Leiter der französischen Résistance, aus dem Jahre 1940: Erster Kampf

 

Diese Jubiläumsausgabe ist Resultat eines internationalen und interdisziplinären publizistischen Konzepts, eines kreativen, interdisziplinären, kosmopolitischen Experiments. Lettre ist wahrscheinlich die internationalste intellektuelle Zeitschrift aller Zeiten in deutscher Sprache.

In den 30 Jahren und 121 Nummern der Zeitschrift seit Gründung am 26. Mai 1988 sind fast 3.600 Texte, aus über 40 verschiedenen Sprachen übersetzt, von Autoren aus 96 Ländern, erschienen. 80 Prozent dieser Texte sind Übersetzungen gewesen, 20 Prozent waren in deutscher Sprache verfaßt. Dazu kommen weit über 500 Beiträge von Künstlern und Photographen. Die Texte sind fast ausnahmslos deutsche Erstveröffentlichungen. Lettre hat zahlreiche Autoren für den deutschen Sprachraum entdeckt. Jedes Heft wurde von einem Künstler gestaltet.

Diese Arbeit beruht ökonomisch so gut wie ausschließlich auf dem Verkauf der Hefte und den Anzeigeneinnahmen, ohne jede strukturelle Alimentierung der vielen öffentlichen Hände oder privater Sponsoren. Lettre ist eine gelungene Wette auf die Möglichkeit einer unabhängigen Zeitschrift, abhängig nur von ihren Lesern und Anzeigenkunden. Hinsichtlich des internationalen Charakters wie auch des schwierigen unabhängigen Überlebens dürfte Lettre durchaus eine Erfolgsgeschichte darstellen.

 

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