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Papierweltenzauber

Redaktion: 

Hans Christian Andersen, Seite aus dem Bilderbuch für Agnete Lind, 1857. Collage. Odense City Museums.

Neue Ausstellung in der Kunsthalle Bremen ab 20.10.2018: Hans Christian Andersen Poet mit Feder und Schere: „Mit Märchen wie Des Kaisers neue Kleider, Die Prinzessin auf der Erbse oder Die kleine Meerjungfrau erlangte Hans Christian Andersen (1805–1875) bereits zu Lebzeiten größte Berühmtheit. Kaum bekannt ist, dass auch Andersen selbst bildkünstlerisch tätig war: Seine ebenso zauberhafte wie bizarre Papierwelt reicht von radikal reduzierten Landschaftszeichnungen über grotesk anmutende Scherenschnitte bis zu experimentierfreudigen Klecksographien und verblüffenden, collagierten Bilderbüchern.

Die feinsinnigen und überraschend modern anmutenden Arbeiten auf Papier gab der Dichter jedoch nicht öffentlich preis, sondern verschenkte sie an Freunde und Bekannte. Der „andere Andersen“ ist eine künstlerische Entdeckung, zu der auch die Pop-Art Ikone Andy Warhol eine Spur legte: Er hielt Andersen und dessen Scherenschnitte in farbstarken Siebdrucken fest und leistete damit einen illustren Beitrag zu der künstlerischen Andersen-Rezeption, die seit dem frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart anhält. Neben Andersens Kunst und deren Rezeption wird die Ausstellung auch die Aufenthalte des Dichters in der Hansestadt Bremen dokumentieren. Vor 175 Jahren kam er zum ersten Mal hierher, auf der Durchreise von Kopenhagen nach Paris. In diesem Zuge besuchte er unter anderem die dritte Ausstellung des Kunstvereins in Bremen. Viele seiner Reiseetappen waren wenig angenehm, über die Hansestadt jedoch heißt es in seinem Tagebuch: „...Bremen tauchte als Oase auf, das machten die freundlichen Gesichter, die ich dort traf“.

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