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Die Technik des Glücks – Eine Franz-Jung-Revue

Redaktion: 

»Franz Jung ist einer der wachesten Beobachter seiner Zeit, sowohl im politischen, als auch im privaten Bereich. Wenn jemand wie er trotzdem unter die Räder geraten kann, können wir das alle.« Frank Spilker, Die Sterne

Edition Nautilus meldet:

Franz Jung (c) Edition Nautilus

Als Ende der 70er Jahre in unserem Verlag die Arbeit an der Werkausgabe Franz Jungs begann, ahnte noch niemand, dass es dieser Autor sein würde, der die Hamburger Band »Die Sterne« zu ihrer allerersten Theater-Produktion verleiten würde. Doch nun ist es so weit: Die Technik des Glücks – eine Franz Jung-Revue hat am 14.11. im HAU Hebbel am Ufer mit hochkarätiger Besetzung Premiere.

Die Technik des Glücks – eine Franz Jung-Revue
Premiere am 14. November (weitere Vorstellungen am 15., 16. und 17. November), Beginn jeweils 20 Uhr
Mit: Wolfgang Krause Zwieback, Robert Stadlober und Corinna Harfouch (im Film)
Live-Musik: Die Sterne (Christoph Leich, Frank Spilker, Dyan Valdes, Thomas Wenzel)
Künstlerische Leitung: Annett Gröschner und Hanna Mittelstädt
Regie: Rosmarie Vogtenhuber
Szenografie und Film: Constanze Fischbeck
Kostüm: Katja Schmidt
Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Vor 100 Jahren saß Franz Jung in seinem Büro am Halleschen Ufer 32, dieselbe Adresse wie das HAU2, und stempelte mit Freund¬*¬innen Spartakus-Parolen auf Geldscheine. Die Revolution scheiterte, wie vieles im Leben des Schriftstellers, Dichters, Revolutionärs, Anarchisten, Finanzexperten, Schiffsentführers, Theaterautors und Mitbegründers der Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands. Ein Mann, der Teile seines Lebens in der Illegalität oder im Gefängnis verbringt, mitten im Krieg Ameisen in Schokolade besorgt und es spannend findet, die Geschichte des Volkswagenwerks in einer einminütigen Radioansage zu erzählen. Franz Jung ist eine der verwegensten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sein exzessives Bemühen, der Gesellschaft zum Besseren zu verhelfen, seine messerscharfen Analysen der Um¬stände wirken bis heute. Seine Weggefährt*innen bilden das ‚Who is Who‘ der künstlerischen, politischen und sozialen Avantgarde.

Anlässlich von 100 Jahren Novemberrevolution beleuchtet die Revue, deren Textbuch gemeinsam von der Autorin Annett Gröschner, der Verlegerin Hanna Mittelstädt, der Regisseurin Rosmarie Vogtenhuber und der Szenografin und Filmemacherin Constanze Fischbeck entwickelt wurde, diesen kontroversen Charakter. Musikalisch begleitet von der Band »Die Sterne« stellen sich Wolfgang Krause Zwieback, Robert Stadlober und Corinna Harfouch (im Film) dem Franz Jung, den es heute vielleicht dringender bräuchte denn je, auch wenn er 1953 schrieb: »Wenn ich nach Deutschland zurückkehre, dann nur als angetriebenes Strandgut.«

 

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