Fixpoetry

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Raoul Hausmanns Hyle

Redaktion: 

STUNDE DER LITERARISCHEN ERLEUCHTUNG morgen Abend in der Alten Schmiede – Gedächtnismomente der Literatur

RAOUL HAUSMANN (*1886 Wien, †1971 Limoges) HYLE. Ein Traumsein in Spanien (belleville, 2006), Auszüge aus Hyle I (in: Schreibheft 91/2018) • CHRISTIAN STEINBACHER (Linz) liest aus Hausmanns Werkkomplex Hyle und kommentiert • Moderation: Kurt Neumann

Im Frühjahr 1969 erschien Raoul Hausmanns »Hyle. Ein Traumsein in Spanien« im kurz darauf in Konkurs gehenden Heinrich Heine Verlag. Hausmann hat dafür sein Manuskript gekürzt und umgeschrieben. 2006 gab Adelheid Didier-Koch bei belleville den Text neu in einer ungekürzten Ausgabe heraus. Im Nachwort weist sie darauf hin, dass Hausmann noch Ende der 1940er-Jahre beide Teile seines Work-in-Progress »Hyle« – »Hyle I« und »Hyle II« (letzteres meint »Hyle. Ein Traumsein in Spanien«) – dem Claassen Verlag angeboten hat, der in seiner Ablehnung auf die »Uneinheitlichkeit der Sprache, vor allem im ersten Teil« hinwies. Hausmann jedoch machte gerade diese zum Angelpunkt seines innovativen Anspruchs. In der aktuellen Ausgabe des »Schreibheft« finden sich nun erstmals längere Passagen aus dem bislang nicht publizierten »Hyle I«. Noch 1987 schreibt Helmut Heißenbüttel, der in dem Zusammenhang für das spätere »Hyle II« eine Stilistik ortet, die »einer allgemeinen Vorstellung von Expressionismus entspricht«: »Hausmann wendete sich schon um 1930 von der avantgardistischen Literaturäußerung ab, obwohl er sie niemals ableugnete, und schrieb mit ›Hyle‹ eine Art von autobiographischem Roman, der bewußt von allen stilistischen Merkmalen der Avantgarde-Literatur absah und ›roh‹ das autobiographische Leben Hausmanns in Berlin und auf Sylt zu erfassen suchte. Das heißt, Hausmann schrieb nicht nur ohne stilistische Vorgaben, er schrieb geradezu gegen stilistische Vorgaben.« (Christian Steinbacher)

Aber auch das spätere, im Zentrum der Lesung von Christian Steinbacher stehende Hyle II birgt differierende Stillagen in sich. Steinbacher wird in seiner an den etwas in Vergessenheit geratenen Dadasophen erinnernden Lesung diverse Spots auf das unterschiedliche Hausmann’sche Schreiben in Hyle richten.

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