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Triumph der Farben

Redaktion: 

Eben erschienen als Band 12 der Schriftenreihe der Kunststiftung NRW Literatur: Oswald Eggers Triumph der Farben:

„Oswald Egger setzt mit diesem Band sein poe­tisch­-experimentelles Finden und Entdecken fort und begibt sich in die Sphäre der Farbenwelt. Es entsteht ein Album aus Ideen und Ge­genständen mit Blätterungen im bunt­-bestän­digen Wechsel der Töne und Aspekte.

In diesem Buch entfalten sich mathematische, philosophische und technische Betrachtungen über die kombinatorischen Couleurs von „Buntordnungen“. Dabei gehen experimentelle Untersuchungen über das Erkennen und Empfinden der Farben, Helligkeiten und ihrer Kombinationen, Farben und Wörter seltsame Liaisons ein: von der Vielfarbigkeit römischer Wandmalerei über die Grisaille, die Camaieu gemalter Maserungen im Marmor, bis zur Gleichfarbigkeit von Grund und Muster, in der Allegorie der Allegorie – als Triumph, im Spiel. Dabei trifft sich die Ontologie von Farbnamen Ton in Ton mit dem Helmholtzschen Farbraum in der rigiden Geometrie der Begeisterung von Bernhard Riemann bis zum späten Wittgenstein. Ein greller Wechsel von Extremen verschmilzt die Kontraste und setzt sich fort bis in die Einzelheiten der Satz- und Wortfügung als ein Mosaikwerk wechselständig zusammengestellter Einzelteile, deren Wegzusammenhänge nicht unentwegt logisch, doch stets assoziativ verbunden sind.“

„Das Feld ist fahlgrau, wie bereift. Ein Waal durchquert den Anger, aschfarben, und über den Bach, an dessen Ufer laubloses Gestrüpp steht, schritte ich, springe: in unbunte Sepia hingetuscht, so eigenlos lebendig sticht rot ein Ziegeldach in Flammen aus, die gebückte Ungeduld im Nachstellschritt, als Spott-Figur, der rennendere Hund, die Fackel (fuchtelt), die mich zum Tobel drängt, vor der sich blaugrün-dunkle Bäume und Gebüsch in die Ebene erstrecken, unzusammen, wie auf einem Steg. Kuhrauch sah ich beizeiten und zu hunderten am Ochsentrog stelzen, dazu gesellen sich kleinere Taucher und Spötter, die beim Näherkommen (Zug mit schwerem Flügelschlag) davonflogen zu fliegenden Sichelchen, um wie Windrädchen wieder als Totenkopfvögel schnad- und schnatterig niederzusinken; eine dick’t geschlitzte Talnacht quoll ihnen nach.“

Oswald Egger: Triumph der Farben. Lilienfeld Verlag, November 2018.

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