Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Fix Zone

Best of Lyrik I / II in Graz

Redaktion: 

Lesung
Mo 03.12.2018 / 19 Uhr
Di 04.12.2018 / 19 Uhr

Eintritt: 6 / 4 Euro
Literaturhaus Graz

Mit: Alfred Kolleritsch, Hannes Bajohr, Jan Koneffke & Margret Kreidl.

Kolleritsch © privat; Kreidl © Lucas Cejpek; Bajohr © Julia Pelta-Feldman; Koneffke © Johannes Kauper

Mit: Udo Kawasser, Kai Pohl, Barbara Rauchenberger, Elisabeth Wandeler-Deck.
 

Wandeler-Deck © Urs Graf; Pohl © Graufeld; Rauchenberger © maedusa.net; Kawasser © privat

Moderiert und kuratiert von Helwig Brunner & Stefan Schmitzer.

Die Veranstaltung Best of Lyrik ehrt zunächst Alfred Kolleritsch, der mit seiner Lyrik wie auch mit der jahrzehntelangen Herausgabe der Zeitschrift manuskripte zum Doyen für mehrere Dichtergenerationen geworden und, trotz hoher Auszeichnungen, im tastenden Gestus seiner eigenen Gedichte stets auch ein demütig Fragender geblieben ist.

Weiters wird ein breites Spektrum aktueller deutschsprachiger Lyrik lokaler wie auch überregionaler Herkunft präsentiert und insbesondere auf bemerkenswerte Neuerscheinungen des laufenden Jahres hingewiesen.

Während der in Darmstadt geborene und vielgereiste Jan Koneffke in detailreichen Verserzählungen aus Lebenserinnerungen und Reiseerfahrungen schöpft, zielt die Lyrik der in Graz lebenden Barbara Rauchenberger auf eine Entgrenzung der semantischen Räume ab und bezieht ihre Spannung gerade aus der Differenz zum Erzählbaren.

Udo Kawasser wiederum sucht im rundumerneuerten Naturgedicht das Gespräch mit Landschaft und Lebewesen und thematisiert dabei das Sehen wie das Übersehen, die Möglichkeiten wie auch die Grenzen des poetischen Zugriffs auf das Vorgefundene.

Den lyrischen Text und den Kontext seiner Entstehung (den biografischen und/oder theoretischen) stellt Margret Kreidl in ihrem aktuellen Band, einer Sammlung von „Gedichte[n] mit Fußnoten“, in Beziehung zueinander.

Die Arbeiten von Hannes Bajohr und Kai Pohl repräsentieren unterdessen zwei Annäherungen an Lyrik als Schauplatz der Frage, worin eigentlich das sprechende Subjekt besteht, sobald wir die Möglichkeiten automatischen, algorithmischen oder selbst nur montierenden Schreibens anerkennen. Bei Pohls „Androidenballett“ bedeutet das, der Alltagssprache als Selbstläuferin zuzusehen, bis wir das Gesellschftliche selbst, die „Ideologie“, hören können. Bajohrs Zielsetzung in „Halbzeug“ meint dagegen die technisch möglich gewordenen Verfahren selber und was sie mit sich bringen: Wenn *alles* Text ist, was bedeutet „Text“ noch?

Elisabth Wandeler-Deck schließlich hat mit „Visby infra-ordinaire“ ein Buch geschrieben, das inhaltliche Aleatorik mit Intertextualität verbindet: In dem „zufällig“ generierten Register der Stadt Visby in Gotland ist der komplette Apparat des literarischen Diskursuniversums „Städtebuch“ aufgehoben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr aus der Fix Zone



Dezember 2018



November 2018



Oktober 2018



September 2018



August 2018



Juli 2018



Juni 2018



Mai 2018



April 2018



März 2018



Februar 2018



Januar 2018