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Lockbuch

Redaktion: 

Am Mo, 10. Dezember um 22:00 Uhr in mdr Kultur:  Lockbuch. Eine Radio-Novelle von der Liebe und vom Verlassen-Werden | Von Annemarie Bostroem
Das Hörspiel "Lockbuch" besteht aus einer musikalisch aufbereiteten Novelle und vier vertonten Poemen. Es verbindet zwei Freigeister der schreibenden Zunft und eine Komponistin. Gemeinsam nähern sie sich einer Geschichte des Liebens und Verlierens, des Treffens und Verlassen-Werdens, die wie das menschliche Leben aus Prosa und Poesie gewoben ist. In dem Bewusstsein, dass alles eine Einheit bildet und wir weder der Liebe noch dem Schmerz entfliehen können, treffen hier Sprachbilder der jungen Dichterin und Performance-Künstlerin Nora Gomringer auf 13-zeilige Gedichte von Annemarie Bostroem aus dem Jahre 1946.

Durch die kompositorische Handschrift der Pianistin und Hörspielmacherin Ulrike Haage treten diese beiden Welten in einen Dialog, sie treffen sich, denn in der Liebe hat sich seit 1946 nicht vieles verändert. Vielleicht sind ein paar ihrer Anbahnungswege elektronischer geworden. Die Produktion lockt ihre Hörer in eine dichte Welt aus Sprachperformances und Gesang über einer musikalisch-akustischen Jagd durch Tag und Nacht - vom Innenraum zum Außenraum in einer permanenten Bewegung. Flügelklänge und Gesang geraten aus ihrem Kontext und mischen sich in Clubs, gelangen auf die Straße und Texte werden auf einer Wiese neu eingesammelt, auf der in der Morgendämmerung zufällig auch ein Schlagzeug steht.

Die Musikerin und Klangkünstlerin Ulrike Haage wird die 1922 in Leipzig geborene Lyrikerin Annemarie Bostroem besuchen und in ihrer Wohnung in Berlin interviewen. Über die Liebe, das Leben, das Schreiben. Und bestimmt werden die zwei über die gemeinsame Liebe zu Ahrenshoop, Fischland, sprechen, wo sie sich fast getroffen hätten.

Ulrike Haage, geboren 1957 in Kassel, lebt als Komponistin, Musikerin und Hörspielmacherin in Berlin. Sie arbeitet im Grenzbereich von Pop und Jazz. Neben zahlreichen Hörspielmusiken hat sie seit 2002 eigene Hörstücke realisiert, zuletzt "For all my walking.Kyoto Klangtagebücher" (gemeinsam mit Eric Schaefer, SWR 2013). Für ihre grenzüberschreitenden Arbeiten wurde sie 2003 mit dem Deutschen Jazzpreis ausgezeichnet. Zuletzt veröffentlichte sie ihre vielbeachtete Solo-CD "In finitum".

Regie: Ulrike Haage
Komponist: Ulrike Haage
Produktion: NDR/DLF 2016

Sprecher:
Nora Gomringer
David Bennent

Vokalisten:
Christa Diwiak
Christfried Biebrach

 

Lesetip hierzu: Annemarie Bostroem: Terzinen des Herzens. Nachwort: Nora Gomringer. Razamba Verlag.

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