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Spinnenmutter

Redaktion: 

„Die Spinne ist eine Ode an meine Mutter. Ihre Beschäftigung waren Tapisserien. Meine Mutter war meine beste Freundin. Sie war reflektiert, klug, geduldig, besänftigend, vernünftig, anmutig, feinsinnig, unentbehrlich, ordentlich und nützlich wie eine Spinne.“
Louise Bourgeois

Das Werk der 1911 in Frankreich geborenen und 1938 nach New York emigrierten Künstlerin Louise Bourgeois entzieht sich einer eindeutigen Zuordnung zu einer bestimmten Kunstbewegung oder einer Stilrichtung. Die Komplexität des Werkes mag der Grund dafür sein, dass bislang viele Kunsttheoretiker, die bisher vor allem verbreitete biographische Deutung fortführen, die Bourgeois durch ihre zahlreichen eigenen Aussagen vorgibt und die seit ihrer ersten großen Retrospektive 1982 im New Yorker Museum of Modern Art institutionalisiert zu sein scheint. Diese Biographie, die auch vielfach fiktive Elemente aufweist, liefert allerdings keine wirklichen Erklärungen für die Art und Qualität der Werke und erklärt auch nicht hinreichend deren Wirkung auf die Betrachterin. Die hier aufgestellte These ist, dass komplexe, vielschichtige Betrachterreaktionen im Spätwerk von Louise Bourgeois von der Künstlerin bereits als Werkkonstitutiv gedacht sind. Ziel der Arbeit ist, sich über einen rezeptionsästhetischen Ansatz dem plastischen Spätwerk der Künstlerin anzunähern, der auch ikonographische Deutungen und formale Bezüge zur Kunstgeschichte mit einbezieht.

 

Louise Bourgeois' Maman, located outside the National Gallery of Canada. Personal photo by wikipedia user:Radagast.

Antje-Britt Mählmann: Das Geheimnis der Spinnen. Werkstrategien und Betrachterwirkung im Spätwerk von Louise Bourgeois. VDG Weimar, 2018.

 

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