Fixpoetry

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Wespennest 175

Redaktion: 

„Hülf und Gnad hat kein Warum“ – was der Sprachgelehrte Justus Georg Schottel im 17. Jahrhundert in seiner Ausführlichen Arbeit Von der Teutschen HaubtSprache unter die Sprichwörter reiht, prägt bis heute unser ethisches Verständnis von Hilfe. Wer jemandem beisteht, fordert idealerweise weder Begründung noch Gegenleistung.
Doch wie lässt sich – etwa aus christlicher Perspektive – mit der Tatsache umgehen, dass die reine Mildtätigkeit angesichts der Not der Menschen in Zeiten struktureller Krisen unzulänglich bleibt?
Politisch gefasst versteht sich Hilfe keinesfalls als selbstlos: Sie soll vielmehr – je nach Standpunkt – Solidarität mit anderen und gegen andere sein, emanzipatorische Prozesse von unten unterstützen, einer Beistandspflicht nachkommen, sich rechnen und präzise berechnen lassen, in Form von Zinsleistungen aus „Rettungsschirmen“ zum Beispiel. Das solcherart ökonomisierte Leben bleibt auch im Sterben nicht davon frei. Können wir in der Selbsttötung dennoch einen Akt der Selbsthilfe sehen?
Diesen Fragen geht der Herbstschwerpunkt des wespennest nach, ohne ein Pflaster auf die schiefen Verhältnisse kleben zu wollen.

Außerdem in diesem Heft: Maja Das Gupta besucht den Friedhof im tschechischen Broumov (Braunau), Marcel Beyer richtet sein bild- und medienpolitisches Interesse auf ein Objekt, das zum ikonischen Möbel von Black-Panther-Aktivisten, Ezra Pound und einer Erotikfilmreihe gleichermaßen wurde: den Peacock Chair – und vieles andere mehr.

Vorgestellt wird das Heft am Donnerstag, 10. Jänner um 19.00 Uhr im Literarischen Quartier Alte Schmiede.

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