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Redaktion: 

Neue Lyrik von Franz Josef Czernin bei Hanser:
Verlagstext: "Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus…" Gedichte zu den fundamentalen Dingen des Lebens, zu Vergänglichkeit, Liebe, Verlassenwerden, Einsamkeit, zu Sterben und Tod, sind heute so berührend wie eh und je. Franz Josef Czernin hat Wilhelm Müllers berühmte Winterreise, von Franz Schubert in einem noch berühmteren Liederzyklus vertont, wiedergelesen. Er hat die alten Verse, die das Leben als Reise begreifen, durch Schnee und Eis, mit-, aber auch gegeneinander ins Spiel gebracht und verwandelt. Und er fragt sich: Lässt sich hier und jetzt durch neue Gedichte noch einmal das sagen, was vor zweihundert Jahren gesagt wurde? Fremd bin ich unterwegs..., auch hier.

kann mir den weg kaum weisen

unter tiefem blau
steh ich auf der strasse,
vieles schwankt und blendet,
da uns sehn und drehen lassen.
der alte baum fiel fern,
nahe stürzt ein hoher bau,
ja, das macht die alte runde,
stets zieht den eignen kreis.

man schlug mir auf die augen,
dann die türen laut;
da es weiter weht und tränt,
lag der finger auf der wunde.
längst läufst kalt durch all die gassen,
sind wir über vielen bergen bald;
ja, so geht die schlimme kunde
und so sacht die böse schau,

bis das blatt sich wendet.

Franz Josef Czernin: reisen, auch winterlich. Hanser Verlag, 2019.

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