Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Fix Zone

Andersens Bouts-rimés

Redaktion: 

Wenn der dänische Märchenerzähler Hans Christian Andersen krank zu Bett lag, Gäste hatte oder – was er bevorzugte – auf Herrenhöfen und bei bürgerlichen Familien selbst zu Gast war, schrieb er zur Unterhaltung gern sogenannte Bouts-rimés. Die Anwesenden gaben Endreime vor – wie z. B. See-Schnee-Glas-las – und der Dichter musste in kürzester Zeit dazu Verse finden, ein im 19. Jahrhundert auch in Dänemark beliebtes Gesellschaftsspiel.

Die Gattung der Bouts-rimés entstand im 17. Jahrhundert in Frankreich als poetischer Wettstreit unter Dichtern. Das Genre wurde überaus populär und zu einem festen Bestandteil der höfischen Kultur und der gebildeten literarischen Kreise. Bouts-rimés waren (und sind) in ganz Europa verbreitet. Sie waren raffinierte Salonpoesie und intellektuelle Herausforderung, poetisches Geschicklichkeitstraining und sportlicher Wettbewerb.

Hans Christian Andersen war ein fleißiger Bouts-rimés-Dichter und ist dieser Gattung sein Leben lang treu geblieben. Seine humorvollen, unterhaltsamen Bouts-rimés werden hier zum ersten Mal in deutscher Sprache veröffentlicht.

Hans Christian Andersen: Reise im Ballon. Steidl Verlag.

Mehr aus der Fix Zone



Oktober 2019



September 2019



August 2019



Juli 2019



Juni 2019



Mai 2019



April 2019



März 2019



Februar 2019



Januar 2019