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Haringers Gewächse

Redaktion: 

Kleine Presseschau: Oliver vom Hove bespricht in der Wiener Zeitung die unlängst erschienene Gedichtauswahl des oft vergessenen Jakob Haringer:

„Alfred Döblin, der zu seinen Förderern zählte, erhielt unter dem Titel "Weihnacht im Armenhaus" ein Heft mit Gedichten zugesandt. Er urteilte über Jakob Haringer: "Ich schnitt die Blätter auf, las Einzelnes durch. Wurde überrascht. Die Gedichte sind echtes Gewächs, keine lyrische Ware."
Diese echten Gewächse sind von real-irrealer Eigenart. Haringers Lyrik ist stark geprägt von den Nachwirkungen eines antibürgerlichen und antimaterialistischen Expressionismus. Hinzu kommt die erfrischende Vorliebe ihres Schöpfers für surreale Bilder und absurde Wendungen. Eine Zeile wie "ein Herrenrad sehnt sich nach einem Damenrad" mutet ganz Ringelnatzisch an. Und manches von den lautmalerischen Abstraktionen und subversiven Infantilismen der Sprache könnte von Daniil Charms stammen: "Ein Bahnhof uhrt verzweifelt Mohnkometen,/ In Läden träumen goldne Spezerein./ Der Schuster will achatne Magd erbeten,/ Die Brücke rost Erinnern uns hinein."

Das dazugehörige Buch:
Jakob Haringer: Du bist für keinen Stern, kein Glück geborn! Leben, Prosa & Lyrik.  Eingeleitet und ausgewählt von Dieter Braeg.Verlag Die Buchmacherei, Berlin 2018.

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