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Hammer-Purgstalls Divan

Redaktion: 

Alter Stich mit dem Portrait von Joseph Hammer-Purgstall (Quelle: Universalmuseum Joanneum)

BRÜCKEN BAUEN - Joseph von Hammer-Purgstall zwischen Hafis und Goethe
27.03.-11.07.2019 - Eine Ausstellung des Universalmuseums Joanneum, Graz, und des Freien Deutschen Hochstifts – Frankfurter Goethe-Museum. Kuratiert von: Gerhard M. Dienes und Joachim Seng
Ort: Freies Deutsches Hochstift – Frankfurter Goethe-Museum

1819 erschien Goethes großes Spätwerk, der West-östliche Divan. Wesentliche Inspiration zu diesem Stück Weltliteratur erhielt Goethe durch den Grazer Joseph von Hammer-Purgstall. Dieser übertrug erstmals den Divan des Hafis ins Deutsche.

Mohammed Schemsed-din Hafis gilt als einer der bedeutendsten Dichter Persiens und wird noch heute im Iran hoch verehrt: 200 Jahre nach der Veröffentlichung würdigt die Ausstellung BRÜCKEN BAUEN Hammer-Purgstall als den Dreh- und Angelpunkt zwischen Hafis und Goethe und somit Orient und Okzident.

Joseph von Hammer-Purgstall (1774, Graz – 1856, Wien) – Diplomat, Forscher, Übersetzer und erster Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften – war ein Brückenbauer, ein „Hinübersetzer“ zu den kulturellen Ufern des Orients. Äußerst sprachbegabt und wissbegierig brachte es Hammer auf rund 800 Veröffentlichungen. Goethe verdankte ihm die erfüllende geistige Begegnung mit dem persischen Dichter Hafis (um 1315, Schiras – um 1390, Schiras).

Von nachhaltigem Einfluss ist seine Übersetzung des Gesamtwerks des persischen Dichters Mohammed Schemsed-din Hafis, die 1812/1813 bei Goethes Verleger Cotta erschien. Dieser schenkte im Jahr 1814 Goethe den Divan des Hafis in der Übersetzung Hammers und löste damit eine dichterische Explosion aus, von der die Öffentlichkeit erst 1819 erfuhr, als der West-östliche Divan, Goethes schönste und außergewöhnlichste Gedichtsammlung, erschien. 

Die Ausstellung über Joseph von Hammer-Purgstall im Freien Deutschen Hochstift – Frankfurter Goethe-Museum zeigt 33 Bild-Text-Tafeln mit insgesamt 125 Abbildungen, alt-orientalische Objekte aus der Sammlung des Joanneums sowie Exponate aus dem reichen Fundus des Hochstifts.

In Videoclips spricht unter anderem Barbara Frischmuth über das Über-Setzen und Gerhard Balluch rezitiert Texte von Hafis und Goethe. Extra für diese Ausstellung setzt der steirische Künstler Fritz Ganser – inspiriert von Hafis’ Werk – mit seiner Rauminstallation einen zeitgenössischen Akzent. In seinem neuen Arrangement hat Ganser in einem Beitrag der Steirischen Kulturinitiative ausgewählte Gedichte Hafis’ in die dritte Dimension überführt, indem er Tausende Buchstaben aus Acrylglas Zeilen gleich an Schnüren befestigt.

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