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Delphinarium

Redaktion: 

Kleine Presseschau:

Paul Jandl erzählt in der NZZ von Julia Kohlis Roman „Böse Delphine“:
"«Böse Delphine» ist ein Zeitporträt, in dem sich die Gegenwart in lakonischer Ungeschminktheit zeigt. Man sitzt unter nackten Glühbirnen in mittelprächtigen Altbauwohnungen, kocht Thai-Curry oder etwas mit Tofu. Man schaut Netflix oder geht zum Open Air. Die Gespräche drehen sich ein bisschen um den Feminismus und ein bisschen um Ungerechtigkeiten. Es gibt Sex, aber der ist nicht gut, weil es Sex mit Elias ist. Elias ist ein Richtigmacher. Ein Mann mit Prinzipien, der ganz prinzipiell erklären kann, warum er bei Zugfahrten gerne Zeitungen liest. Nach dem Ende der kurzen Affäre steckt er Halina noch einen Beziehungsratgeber in den Postkasten, weil sie einiges falsch gemacht hat."

Beat Mazenauer in viceversa:
„Ihre Komik funktioniert aus drei Gründen. Sie schreibt souverän und pointiert und oft wirklich komisch, weil ihr Witz vortrefflich eine blasierte Realität blosslegt und messescharf zuspitzt. Die Erzählerin nimmt sich selbst von dieser Komik nicht aus, auch wenn sie die ärgsten Zumutungen, so gut es geht, flieht. Ihre Beziehungsunfähigkeit – sie würde sie selbst nicht verneinen – ist nicht frei von skurrilen Zwangshandlungen, die hinter der Lächerlichkeit einen melancholischen Daseinskern freilegen. Wie glücklich werden in einer Welt, in der alle alles im Überfluss haben, nur das nicht, was sie sich insgeheim erträumen? An diesem Punkt kommt schliesslich das verstaubte Buch des Grossvaters ins Spiel …“

Julia Kohli: Böse Delphine. Roman. Lenos-Verlag, Basel 2019

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